Winneburg

Im Hintergrund der Silhouette von Cochem ragen deutlich sichtbar die Ruinen der Winneburg in etwa 300 Metern Höhe über dem Endertbachtal auf. Die wunderschön gelegene Burg wird gesichert erstmals 1287 indirekt mit einem Wirich von Winneburg (Wiricus… de Wünnenberg) erwähnt; angebliche frühere Nennungen von gleichna¬migen Personen aus den Jahren 1248, 1251 und 1277 sind nicht ohne Zweifel verwendbar. 1295 verzichtete Erzbischof Boemund 1. von Trier auf Zusagen, die ihm wohl derselbe Wirich gemacht hatte, doch konnte sein Nachfolger Dietrich 111. 1304 erreichen, dass der Winne¬burger ihm seine Burg zu vererbbarem Lehen auftrug, öffnete und sich zur Gefolgschaft verpflichtete. Noch bis weit in die Neuzeit hin¬ein ablesbare Anrechte, vielleicht sogar eine ursprüngliche Eigner¬schaft des Erzbistums Köln traten dagegen fast vollständig in den Hintergrund, ln der Eolgezeit wurde die Burg bis 1806 durchgängig als trierisches Lehen ausgegeben.
Nachdem sie durch die Ehe Kunos 1. von Winneburg mit Lisa von Braunshorn 1361 in den Besitz der braunshornschen Lehen gelangt war, öffneten – wohl deshalb – deren Söhne Kuno 11. und Gerlach ihre Stammburg auch den Grafen von Sponheim und den Erzbischöfen von Köln sowie 1379 den Herzogen von Luxemburg. Nach Annähe¬rungen an die Pfalzgrafen bei Rhein (1371 und 1400 Öffnungsrecht) und einem 1488 abgeschlossenen Hilfsvertrag zwischen Kuno 111. von Winneburg und Kurfürst Philipp von der Pfalz ergab der daraufhin ausgebrochene „Beilsteiner Krieg“ im Wesentlichen eine Bestätigung der trierischen Lehnshoheit über die Burg, die von Erzbischof Johann 11. von Trier belagert worden war.
Nach dem Aussterben der Herren von Winneburg-Beilstein 1637 wurde die zuvor im Dreißigjährigen Krieg von spanischen Soldaten besetzte Anlage von Erzbischof Johann 111. von Trier als erledigtes Lehen eingezogen, 1652 aber an die Freiherren von Metternich ver- lehnt. 1688 von französischen Truppen belagert und eingenommen, wurde die Burg bei deren Abzug ein Jahr später zerstört. Mehrfache, nicht immer glückliche Sanierungen im 20. Jahrhundert haben im¬merhin den dennoch sehr eindrucksvollen Baubestand der bedeu¬tenden Anlage sichern können.
Aus der Erbauungszeit, die sich gemäß Baubefund in das zweite Viertel des 13. Jahrhunderts verlegen lässt, hat sich allein der alles überragende Bergfried mit etwa 17 Metern Höhe erhalten. Im unzu¬gänglichen Inneren sind über einem hohen gewölbten Sockelgeschoss noch zwei weitere, durch eine Treppe in der Mauerstärke verbundene Etagen mit schmalen Schlitzfenstern, Kaminen und einem Abort teil¬weise vorhanden. Der Zutritt erfolgte über einen Hocheingang, von dessen Podest Spuren in Form von Balkenlöchern zu bemerken sind. Durch eine Erweiterung im 14. Jahrhundert kamen die östlich und südlich anschließende Unterburg sowie der tiefer gelegene westlich vorgelagerte, teilweise später reparierte Zwinger hinzu, der mit zwei Schalentürmen, Schießscharten und einem Wehrgang auf der Mauer die äußere Verteidigungslinie hinter dem beeindruckenden Halsgraben bildete. Die in den Türmen anzutreffenden länglichen Schlitzschar¬ten für Armbrust und Bogen stammen noch aus dieser Zeit, während eine liegend rechteckige, mit einem Prellholz für den Einsatz einer Hakenbüchse ausgestattete Scharte frühestens im 16. Jahrhundert eingefügt wurde.
Die Kernburg erreicht man durch den originalen rundbogigen Tor¬eingang mit späterer Tordurchfahrt und nördlich folgender kleiner Wachtstube. Neben dem Tor befindet sich der Rest eines an den Palas gebauten Turms mit Rundbogenfries, von dem sich nur der unzugängliche Sockel und das erste Geschoss mit Schießscharten und einer Gewölbeöffnung vollständig erhalten haben.
Den angrenzenden, ursprünglich wohl dreigeschossigen Palas mit seinen beiden Tourellen – davon nur die südliche von innen begehbar – erhellten einst sechs in Nischen liegende Fenster. Während die vier westlichen Nischen modern erneuert sind, wurden die übrigen Fenster bereits im 16. Jahrhundert verkleinert. Der Schacht in der verstärkten Nordostecke diente als Brunnen, konnte jedoch nicht vom Palas, sondern nur vom obersten Burghof neben dem Bergfried aus benutzt werden. Die innere Erschließung dieses Gebäudes erfolgte über die noch einige Stufen zeigende Treppe innerhalb der Mauer.
Ein kleines Gebäude nordöstlich des Bergfrieds, zu dessen tonnen¬gewölbtem Keller eine Treppe führt, gilt als Küchenbau. Gleichzeitig mit ihm dürfte auch der südlich gelegene dreigeschossige Wohnbau entstanden sein, der im rudimentär erhaltenen zweiten Geschoss noch einen Kamin aufweist.
Ein Gutteil der heute sichtbaren Reste entstammt der Zeit nach dem 14. Jahrhundert. Abgesehen von Reparaturen im westlichen Zwinger wurde im Nordosten ein weiterer, kaum noch erhaltener Zwinger mit halbrundem Elankierungsturm und heute ruinösen Wirtschaftsbauten angelegt, ln der Kernburg kamen die östlichen (Wirtschafts-)Gebäude neu hinzu. Blickfang des Hofs ist der zweigeschossige Wohnbau mit vorgelegtem Treppenturm, der wohl zeitgleich mit der Tordurchfahrt im späten 15. Jahrhundert entstand. Die im Erdgeschoss des nordwest¬lichen Teils noch erkennbaren Reste eines Kamins und eines Kreuz¬gratgewölbes aus der Zeit nach 1605 wurden lange Zeit fälschlich als Burgkapelle gedeutet. Tatsächlich ist der Standort einer den Heiligen Felix und Adauct geweihten, 1333 bezeugten Kapelle, die in jüngster Zeit unmittelbar über dem Tor vermutet wurde, noch immer ungeklärt.

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Wildburg (Wildenburg)

Mangels eindeutig zuzuordnender Schriftqueilen lässt sich über die potenzielle hochmittelalterliche Frühgeschichte der Wildburg kaum etwas aussagen. Die bisher gemutmaßte Gründung der Anlage bereits im 12. Jahrhundert ist wegen fehlinterpretierter Dokumente, in denen eine „Wildburg“ ohnehin nicht genannt wird, zurückzuweisen. Inwieweit ein Philipp von Wildenberg, der sich von 1234-1271 nach- weisen lässt und ursprünglich von der gleichnamigen Burg in der Eifel stammte, herangezogen werden kann, bleibt noch schlüssig zu klären. Sehr wahrscheinlich dürfte aber ein weiterer Philippus de Wildenberg, der in einer Treis betreffenden Urkunde Erzbischof Balduins von Trier aus dem Jahr 1320 als Zeuge zwischen Burggraf Dietrich von Treis, Johann von Braunshorn, Heinrich von Ehrenburg und weiteren Per¬sonen aus Treis fungiert, hierher gehören. Sollte es sich dabei um einen Philipp von Wildenburg/Eifel handeln, dann könnte die moselländische Wildburg – bemerkenswerterweise ursprünglich auch Wildenburg genannt – eine Gründung dieses Geschlechts aus dem 13./14. Jahrhundert sein.
Endgültig gesichert ist derzeit jedoch erst eine Erwähnung aus dem Jahr 1406, als Erzbischof Werner von Trier eine Wildenburg bei Treis, die nach dem Tod einer Johanna von Wildenburg an das Erzbistum zurückgefallen war, an Johann Husener d.J. zu Lehen ausgab. 1411 versprach Werner zusätzlich, bei einer Rückerstattung der Pfand¬summe von 500 Gulden an Johann weitere 300 Gulden Baugeld erstatten zu wollen, woraus auf damalige Baumaßnahmen geschlos¬sen werden darf. 1416 erhielt Johann Burg und Herrschaft als Treiser Burglehen.
Bis ins 16. Jahrhundert hinein lassen sich mehrfach komplette oder anteilige Verlehnungen seitens Trier nachweisen, darunter an die Familien von Miehlen, von dem Burgtor und von Eltz. Die im 19. Jahrhundert verfallenen und in Privathände gekommenen Ruinen, darunter insbesondere Turm und Palas, wurden nach 1956 zu Wohn¬zwecken aus- und umgebaut.
Die in Sichtweite zu Burg Treis auf demselben Bergrücken liegende und auf zwei Seiten von Gräben gesicherte Wildburg zeigt mit Berg¬fried und Wohnbau noch zwei – allerdings sehr veränderte – Bauteile der ursprünglichen kompakten Anlage des Mittelalters. Diese wurde in der Folge durch annähernd allseitige Zwingeranlagen erweitert und schließlich unter Ergänzung eines halbrunden Flankierungsturms im Westen ausgebaut. Die rondellartige Erweiterung der Burg ist heute als Garten gestaltet, der komplette Nordteil der Anlage durch moderne Bauten überformt.
Der südlich im stark veränderten Außenwerk gelegene, vollständig neu errichtete Burgzugang leitet in den spätmittelalterlichen Zwin¬ger, welcher der Burg im Westen vorgelegt ist. Dessen erhaltene Zwingermauer wurde erhöht und als gedeckter Wehrgang gestaltet. Helles Mauerwerk markiert deutlich die modernen Ergänzungen des Bergfrieds mit seinem zum Wohnbau ausgerichteten Hocheingang. Schlitzfenster, Rüstlöcher und teilweise ursprünglicher Putz bestim¬men das historische äußere Erscheinungsbild des in lagerrechtem Schieferbruchstein aufgeführten Bauwerks. Von den nachgewiesenen drei Geschossen war das zweite kreuzgewölbt, das dritte mit einem Kamin ausgestattet.
Mittelpunkt der Burg war und ist der im Kern vielleicht roma¬nische zweigeschossige Wohnbau, der durch die Hanglage bedingt ein halbes Kellergeschoss besaß. Die getrennten Eingänge zu Keller und Wohnraum liegen auf der nördlichen Schmalseite, die durch einen modernen Anbau zum Teil verstellt ist. Geringe Ergänzungen am überwiegend erhaltenen Mauerwerk wurden vor allem an den Giebelseiten und im Bereich der Mauerkronen vorgenommen. Die Fensteröffnungen sind allerdings verändert und geben nur ein annäherndes Bild des ursprünglichen Aussehens wieder. Gesichert ist, dass die unteren Fenster rechteckig waren und die oberen zumindest rundbogig überfangen, wobei die heutigen Biforien frei rekonstruiert wurden. Lediglich die zum Turm orientierten Schlitz¬fenster im Obergeschoss, auf dessen Außenputz vor einigen Jahr¬zehnten noch eine Quaderbemalung erkennbar war, sind original erhalten. Zahlreiche Balkenlöcher und eine Türöffnung im zweiten Stockwerk erlaubten die Rekonstruktion eines hölzernen Erkers, an den der jetzige Balkon erinnern mag. Das Erdgeschoss war zu weiten Teilen der Küche Vorbehalten, was ein breiter Kamin und ein Aus¬gussstein anschaulich belegen. Im Obergeschoss weisen die repräsentativeren Fenster mit Sitzbänken und ein Kamin auf die Nut¬zung als Saal hin.

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Burg und Schloss Waldeck

Trotz mehrerer Nennungen von Personen „von Waldeck“ seit 1124 kann von einer Befestigungsanlage selben Namens erst im Jahr 1243 ausgegangen werden, als die vier Ritter Herbert, Udo, Winand und Bosso – dieser wohl der Stammvater der späteren Linie Boos von Waldeck – die ihnen eigene Burg Waldeck (castrum Waldecke) dem Kölner Erzbischof Konrad (1238-1261) zu Lehen auftrugen. Jahr¬zehnte später, 1285, verglichen Johann und Winand von Waldeck die streitenden Brüder Wilhelm und Udo und bestimmten unter anderem, dass Udo sein Haus weiterhin besitzen, aber bei einem Umbau nicht den gemeinsamen Weg verengen und Türen oder Fenster an der Rück¬seite des Hauses anbringen durfte und dass er darüber hinaus auch die hintere Pforte benutzen konnte.
Mit der Aufnahme Erzbischof Balduins von Trier durch die beiden Gemeiner Ritter Hertwin von Winningen und seinen Sohn Dietrich in ihren Burganteil 1327 beginnen die Versuche einer trierischen Einflussnahme im 14. Jahrhundert, die nicht zuletzt zur Eltzer Fehde (1331-1336/37) führen sollten. Wie die Friedensurkunde von 1336 dokumentiert, hatten derselbe Hertwin von Winningen, Johann gen. Boos, Ritter Rudolf und dessen Bruder Wilhelm sowie Winand als Gemeiner der Oberburg (von der Obernburg) und, von den Gemeinem der Niederburg (von der Nederburg), Wilhelm gen. von Kerpen, Johann gen. von Battenberg, Simon gen. von Wiltz sowie Wilhelm gen. von Schönburg an den Kämpfen gegen Balduin teil¬genommen. Spätestens zu dieser Zeit also existierten bereits eine Ober- und eine Unterburg Waldeck, die jeweils eine Burggemeinschaft aufnahmen.
Von den zahlreichen Linien überlebten letztlich nur die Boos von Waldeck, die 1680 zu Freiherren und 1790 zu Reichsgrafen erhoben wurden. Auf ihre Initiative wurde in den Ruinen der Ende der 1680er Jahre von den Franzosen zerstörten Burg in der Niederburg 1720 ein schlossartiges Gebäude errichtet, das noch bis 1833 im Besitz der Familie verblieb, ln private Hände übergegangen, wurden Burgruine und Schloss von 1850-1910 als Steinbruch ausgebeutet und gerieten rasch in Verfall. Der 1968-1970 durchgeführte Neubau der Oberburg durch die Jugendbewegung Nerother Wandervogel gab diesem Burg¬teil ein völlig neues und ahistorisches Gesicht, während die Niederburg gegenwärtig immer stärker verfällt.
Burg Waldeck gliedert sich in baulicher Hinsicht in die kleine, heute Wohnzwecken dienende und daher völlig veränderte Oberburg – von ihr ist nur die nordöstliche Schildmauer erwähnenswert – sowie in die erheblich umfangreichere, tiefer gelegene Unterburg (im Luftbild im Bereich der großen Wiesenfläche). Welche Anlage der Burg von 1243 entspricht, gilt bislang als ungeklärt. Die umfangreichen Außenwehren der Unterburg wurden bereits ab dem 14. Jahrhundert erbaut und in der Folge erweitert.
Das Areal der Niederburg, durch einen Halsgraben vom Bergsattel abgetrennt, wurde durch den Schlossbau ab 1720 grundlegend über¬formt. Dessen noch in U-Form aufragendes Mauerwerk ist teilweise bis auf Höhe des zweiten Geschosses erhalten und besitzt eine reiche Durchfensterung. Nordöstlich angebaut springt eine Kapelle mit dreiseitig geschlossenem Chor aus der Bauflucht hervor, die trotz ihres bedauerlichen Zustands noch Reste der ursprünglichen Innen¬ausmalung aufweist. Auf dem geglätteten Fels davor befindet sich eine Zisterne.
Die einzige mittelalterliche Dominante stellt ein Rundturm an der südlichen Felskante dar, der die vom westlichen Tor zur Burg führende Auffahrtrampe deckte. Dieser Turm bildet mit einer noch aufrecht stehenden Partie der Ringmauer, deren Wehrgang über eine noch erhaltene Treppe zugänglich ist, eine bauliche Einheit. Veränderte Fensteröffnungen und zugesetzte Schießscharten charakterisieren das mehrgeschossige Verteidigungsbauwerk.
Die Bedeutung der östlich anschließenden, möglicherweise durch einen schmalen Graben geschiedenen Freifläche – Standort einer Vorburg, Sitz der Burgmannen oder frühe Bastion – ist noch unerforscht. Die mehrere Meter hohe und über 60 Meter lange Südmauer bietet außerhalb der Vegetationsperiode einen imposanten Eindruck. Weitere dort vorgelagerte Zwingeranlagen, in der Nähe des Zugangs im Südwesten mit einem runden Flankierungsturm ver¬sehen, reichen nicht mehr über Bodenniveau hinaus und sind ebenso wie die mehrfach gestaffelten Außenwehren im Osten nur noch frag¬mentarisch erhalten. Das Rundungen und Ecken ausbildende, über¬wachsene und zum Teil verstürzte Bruchsteinmauerwerk entzieht sich einer näheren Datierung. Allein der beeindruckende Block aus gut geschichtetem Mauerwerk mit zwei Ecktourellen nördlich der Anlage dürfte mit größerer Bestimmtheit dem 14. Jahrhundert zuzuschreiben sein.

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Burg Veldenz

Hoch über einem engen Seitental der Mosel erheben sich die Rui¬nen der ehemals weitläufigen Burg Veldenz, die von dem gleich¬namigen, seit Anfang des 12. Jahrhunderts belegten Grafengeschlecht oberhalb einer älteren Siedlung errichtet wurde. 1156 bestätigte Kai¬ser Friedrich 1. („Barbarossa“) dem kurz zuvor zum Bischof von Ver¬dun erhobenen Albert 1. von Marcey außer der Grafschaft Verdun unter anderen Eigentümern des Bistums auch „die Burg Veldenz (Valdentiam castrum) mit der Vogtei und dem Bann und dem Hof, der Mülheim genannt wird, mit seinen Zubehörden“. Diese Nennung stellt die Ersterwähnung der Burg dar; bisher kolportierte frühere Datierun¬gen, darunter insbesondere die Jahre 1085, 1107 und 1129, entfallen, da in den betreffenden Urkunden eine Burg nicht genannt wird. Veldenz war somit Eernbesitz des Bistums Verdun, der von den Bischöfen als Lehen an die Grafen ausgegeben wurde, die wiederum eigene Burgmannen einsetzten. Noch 1334 erklärte Bischof Heinrich von Verdun, dass ihm das Öffnungsrecht zustünde und ihm bei Bedarf der baulich in Stand zu haltende „bischöfliche Saal“ jederzeit zu öffnen sei. Aussagekräftige Schriftquellen zu Baugestalt und Aus¬stattung der Burg haben sich leider nur in sehr geringem Maße über¬liefert.
Nach dem Aussterben der älteren Grafenfamilie mit Gerlach V. 1259 fielen Grafschaft und damit auch die Burg über weibliche Erbfolge 1268/70 an Heinrich von Geroldseck, der seinerseits den Namen Veldenz weiterführte. Als auch diese zweite, jüngere Grafenfamilie 1444 mit dem Tod Friedrichs 111. ohne männliche Nachkommen endete, kamen die Besitzungen an seinen Schwiegersohn, Herzog Stephan von Pfalz-Simmern-Zweibrücken, dessen Sohn Ludwig, gen. der Schwarze (1444/59-1489), eine eigene Linie Pfalz-Zweibrücken- Veldenz (1543-1694 Pfalz-Veldenz) begründete.
Die allmählich in den Hintergrund gedrängten und durch Entscheid König Maximilians 1. 1497 abgewiesenen lehnsherrlichen Ansprüche des Bistums Verdun schließlich sollten für die im Dreißigjährigen Krieg 1630/31 besetzte, aber wohl nicht beschädigte Burg Veldenz fatale Konsequenzen zeitigen. Als der (protestantische) Pfalzgraf Leopold Ludwig von Pfalz-Veldenz gegenüber dem (katholischen) König Ludwig XIV. von Frankreich den Lehnseid verweigerte, den dieser vor dem Hintergrund der 1648 verbrieften Souveränität der französischen Krone über Verdun gefordert hatte, zogen 1680 französische Truppen vor Veldenz und zerstörten es in der Folge gründlich.
Seit dieser Zeit in Ruinen liegend, wurde die als Steinbruch aus- gebeutete Anlage zu Beginn des 19. Jahrhunderts in private Hände versteigert. Sicherungsmaßnahmen des 20. Jahrhunderts haben die bedeutende und eindrucksvolle Burgruine vor weiterem Verfall retten können.
Die Gesamtanlage von Burg Veldenz gruppiert sich auf verschiedenen Niveaus entlang des Bergrückens mit einem unteren und einem oberen Eingang auf der Südseite. Der obere Eingang mit einst mächtigem Turm und davor liegendem, heute verschütteten Graben stellt den ursprünglichen Hauptzugang zur Burg dar, der durch einen in den Fels getriebenen Stollen in die Ruine führt. Die Torsicherung wurde im Spätmittelalter durch einen Torzwinger mit halbrundem Flankierungsturm im Osten und Wächterstube mit Schießscharten im Westen vorgenommen. Spuren weiterer Sicherungseinrichtungen in Form von Toren und Wurfschäcbten sind beim Durchqueren der Tor¬gasse zu entdecken. An den über dem Tor einst aufragenden imposanten Turm erinnert heute nur noch der Sockel mit moderner Aussichtsplattform auf dem höchsten Punkt des Felsens. Der dahinter gelegene tiefere Bereich trennt den nördlichsten Bereich der Burg ab, der auf der oberen Felsspitze seinen Platz findet. Hier ist wohl der älteste Teil der Burg zu suchen, in dem sich anstelle des vermuteten oberen Palas nun ein kleines Häuschen des 20. Jahrhunderts befindet. Die meisten Überreste sind auf dem mittleren Burgniveau erhalten. Im Norden, durch einen gewölbten Gang zu erreichen, liegt auf der Fels¬nase ein zweigeteilter Wohnbau, in dessen östlichem Abschnitt ohne Beweis eine Kapelle vermutet wird. Die westliche Giebelwand mit vielen Details hat sich weitgehend erhalten. Über einem aus dem Fels gebrochenen flachbogigen Durchgang in das Hintergebäude sind zwei Etagen zu rekonstruieren, deren Fußböden und Decken sich an Hand großflächig erhaltener Putzreste zuordnen lassen. Ein aus dem Sims des Kamins im Obergeschoss geborgener und dendrochronologisch datierter Balkenrest macht eine Erbauung dieser Wand im zweiten Viertel des 14. Jahrhunderts glaubhaft.
Die Inneneinteilung des westlich anstoßenden Hauses mit einer Treppe in der Nord westecke ist an derselben Mauer ebenso nachvoll¬ziehbar. Im zweiten Obergeschoss zeigt sich der durch die Mauer ragende Balken des benachbarten Kamins, oberhalb daneben der ein¬zig existierende Rest eines Fenstergewändes aus Werkstein. Die west¬liche Schmalseite des Gebäudes war durch vier Fenster belichtet. Die Balkendecke, welche den Keller von den Wohnräumen abtrennte, ist anhand der Ausnehmungen für Balkenköpfe ablesbar. Vom südlich anschließenden Bau ist nur noch die Außenmauer erhalten. Im kleinen Hof davor befindet sich der Schacht einer Filterzisterne mit aus¬geräumtem, kreisrunden Entnahmeschacht und unberührtem Filter¬becken.
Das äußerlich beeindruckendste Haus ist der 1897 wieder aufgebaute, sogenannte Rittersaal, ln die zu großen Teilen noch erhaltene Hülle – darunter liegt ein spätgotischer Gewölbekeller – wurde dem Zeit¬geschmack entsprechend ein „Rittersaal“ mit Kamin eingerichtet, dem sich südlich Funktionsbauten des 20. Jahrhunderts anschließen. Das untere Burgniveau erreicht seinen baulichen Höhepunkt mit dem ehemaligen unteren Torturm, dem ein kleiner Zwinger vorgelagert ist. Der etwa halbrunde Bau mit originalem Tonnengewölbe im Sockel¬geschoss verrät durch seine Schlüsselscharte seine Entstehungszeit etwa ab dem mittleren 15. Jahrhundert.

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Burg „Trutz-Eltz“ (Balden-Eltz oder Neu-Eltz)

Uber die kleine, auf einem über dem Elzbachtal hoch aufragenden Bergsporn errichtete Burg Trutz- oder besser Bälden- oder Neu- Eltz liegen nur wenige, dafür allerdings recht aussagekräftige Schrift¬quellen vor. Danach wurde sie im Verlauf der Eltzer Fehde (1331 — 1336/37) von Erzbischof Balduin von Trier als Belagerungsburg errichtet und nach diesem zunächst als „Balden-Eltz“ bezeichnet. Im Verlauf der Auseinandersetzungen soll Burg Eltz von hier aus mit min¬destens einer Blide beschossen worden sein.
Nach seinem separaten Friedensschluss mit Balduin wurde Johann V. von Eltz 1337 als trierischer Burggraf auf dem Hus zu Balden-Eltz eingesetzt, wofür er im Gegenzug auf alle Ansprüche auf den Berg und die Umgebung der neuen Anlage verzichtete. Verbunden mit dieser Ernennung waren die Verpflichtung zum ständigen baulichen Unterhalt und das mit der Unterstützung im Kriegsfall gekoppelte Öffnungsrecht. Die sehr restriktiven Regelungen hinsichtlich des Burg¬grafenamtes, das auch über weibliche Nachfolge in der Eltzer Familie verbleiben sollte, verdeutlichen die Absicht des Trierer Erzbischofs, die Eltzer Reichsministerialen als trierische Dienstmannen und damit wei¬terhin als Unfreie zu behandeln. Dazu passt, dass Personalfragen für Balden-Eltz – genannt werden Pförtner, Wächter und Hüter – der Entscheidung des jeweiligen Bischofs unterlagen. Bei Nichteinhaltung der Bedingungen, die Johann und seine Ehefrau Anna mit einem Eid zu den Heiligen beschwören mussten, sollten beide unter päpstlichen Bann und Reichsacht fallen.
Wie eine Urkunde Erzbischof Jakobs 1. von Trier aus dem Jahr 1453 offen legt, hat sich die Familie von Eltz dennoch nicht einmal ansatz¬weise an diese eindeutigen Bestimmungen gehalten. So heißt es im Text, dass die oberhalb der Burg Eltz gelegene Burg, genannt Neu- Eltz (… das Huys bouen der Vesten Eltz … genant Nuwe Eltz), bisher unbewohnt und dadurch wüst lag. Ob die erneute vertragliche Fixierung der Bedingungen von 1337 große Wirkung hatte, bleibt auch angesichts des Baubefundes sehr fraglich. Die wenigen, meist in anderem Zusammenhang ausgestellten Schriftstücke belegen nur, dass die seitdem als „Neu-Eltz“ bezeichnete Anlage bis in das 18. Jahrhundert im Besitz der Familie von Eltz verblieben ist.
Die in ihrem noch großteils originalen Baubestand ansehnliche Burg¬ruine besteht aus einem quadratischen Wohnturm samt schräg verlaufender Schildmauer sowie einer Ringmauer. Die Hauptan¬griffsseite nach Norden war zusätzlich durch einen Graben ge¬schützt. Vom die Burg einst nördlich und südlich sichernden Bering stehen nur noch geringe Partien aufrecht, darunter das Tor auf der Nordseite.
Der nahezu in voller Höhe erhaltene Turm aus Bruchsteinmauerwerk verfügt über zwei Vollgeschosse mit einem nur in der Westhälfte vor¬handenen und durch einen separaten Eingang zugänglichen Keller. Das erste Stockwerk – ebenso wie der Keller von Süden erreichbar – zeigt Reste eines breiten Kamins, Fenster und einen Wandschrank. Hier ist der hauptsächliche Aufenthaltsbereich der Besatzung anzunehmen. Über eine Treppe in der Nordmauer gelangte man in die nächste Etage, die wiederum Fenster und Wandschrank aufweist. Eine Treppe in der Mauer endet in einem kleinen kreuzgewölbten Raum, der im Osten ein Fenster mit Sitznische bietet. Schließlich führt der Treppenlauf zu einem Aufsatz bzw. einer kleinen Wehrplattform in der Nordostecke, von der aus ein auf Rundbogenfries leicht auskragender Wehrgang auf der Schildmauer erreicht werden konnte. Dieser Wehr-gang endete in einer Eckwarte, wie die Kragsteine am Westende der Mauer erkennen lassen.
ln einer dreieckigen Aussparung am Ostende der Schildmauer ist eine kleine Schlupfpforte zu entdecken. Sie ist in einer eher seltenen Weise als Doppeltür ausgebildet, d.h. sie verfügte über jeweils eine Tür auf der Innen- und Außenseite. Die gleiche Beobachtung ist auch am spitzbogigen Haupttor zu machen, dessen einflügeliges Außentor geschützt in einer Blende lag.

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Pfalz, Burg und Schloss Trier

Reste einer mittelalterlichen Befestigungsanlage finden sich in Trier in der heute fälschlich als „Basilika“ bezeichneten ehemaligen römischen Palastaula, die in ihren Ursprüngen auf einen Bau des römischen Kaisers Konstantin (306-337) aus der Zeit um 305 n.Chr. zurückgeht. Bereits 1008 widerstanden die Mauern des römischen Palastes einer Belagerung durch König Heinrich 11., der den Luxem¬burger Propst Adalbero, Konkurrent des von Heinrich eingesetzten Megingaud um das Amt des Erzbischofs, aus Trier verdrängen wollte. Nachdem selbst Belagerungstürme, die aus abgerissenen Stadthäusern konstruiert worden waren, von den Verteidigern zerstört wurden, gelang es dem König erst nach mehreren Monaten, die Anhänger Adalberos zur Aufgabe zu zwingen.
Unter Erzbischof Arnold 11. (1242-1259) wurde das Innere des nun als Pfalz bezeichneten römischen Palastes vielfältig ausgebessert (Palacium intus in edificiis plurimum emendavit)4, inwieweit dies mit konkreten Baumaßnahmen am antiken Baubestand der römischen Pfalz gleichgesetzt werden darf, bleibt nicht zuletzt auf Grund des völligen Pehlens von verwertbaren Quellen zu dieser und nachfol¬gender Zeit unklar. Spätestens zu Beginn des 17. Jahrhunderts jedenfalls war nach Ausweis von historischen Ansichten der Bereich der früheren Apsis als Wohnturm („Heidenturm“) umgestaltet, ln der Neuzeit wurde für einen seit 1615 unter Kurfürst Lothar (1599— 1623) vorgenommenen Neubau die Ost- und Südwand der alten Palastaula niedergelegt und in und um den alten Baubestand mit dem Bau einer großzügigen zweiteiligen Schlossanlage mit jeweils vier Gebäudeflügeln begonnen, die erst unter Erzbischof Karl Kaspar von der Leyen (1652-1676) vollendet werden konnte. Unter Johann Philipp (1756-1768) mit dem heute noch vorhandenen Rokokobau und seinem bedeutenden Treppenhaus anstelle des alten Südflügels versehen, wurde die eindrucksvolle Anlage 1794 während der fran-zösischen Besetzung geplündert, in ein Lazarett umgewandelt und später sowohl von französischem als auch preußischem Militär als Kaserne genutzt. Beim Wiederaufbau der Palastaula 1844-1856 als evangelische Kirche auf Veranlassung König Friedrich Wilhelms IV. von Preußen wurden die mittelalterlichen Reste inklusive einer Hälfte des zur Apsis rückgebauten „Heidenturms“ fast völlig getilgt. 1944 schwer beschädigt, konnten das Gebäude 1954-1956 ein zweites Mal wieder-errichtet und 1976-1977 eine aufSpuren der ursprünglichen Bema¬lung aufbauende Farbfassung hinzugefügt werden.
Von der mittelalterlichen Residenz der Trierer Erzbischöfe ist somit nur wenig Bausubstanz erhalten geblieben. Die mächtige Außenmauer der Palastaula, deren Stärke an der Mauerkrone 3,40 Meter beträgt, diente zu dieser Zeit als hoch aufragende Ringmauer. Die spät¬römischen hölzernen Galerien, die unterhalb der Fenster verliefen und anhand einzelner Balkenlöcher an der Apsis noch erschlossen werden können, waren bereits damals verloren, die Ecken des Gebäudes mit schlanken Türmen besetzt. Durch eine kleine Pforte in der Westmauer – ihre frühere Position ist in der dritten Fensterachse von Süden zu suchen – gelangte man damals in die Burg.
Während die ehemalige römische Palastaula im Mittelalter die Funk¬tion eines Burghofs wahrnahm, in dem sich kleinere Gebäude an die Ringmauer lehnten, fand die Apsis als eigentlicher Wohnbau Ver¬wendung. Die unteren römischen Fensteröffnungen waren ver¬schlossen, die oberen auf die Formate kleiner romanischer Öffnungen reduziert. Der Bauteil schloss mit einem steilen Dach hinter einem zinnenbekrönten Wehrgang ab, was ihm den Namen „Fleidenturm“ einbrachte.
Im ob seiner Dimensionen beeindruckenden Inneren sind nach viel¬fachen Umbauten und Restaurierungen mittelalterliche Spuren nur noch unterirdisch erhalten, ln der Südostecke liegt ein Keller aus der Zeit um 1200 unter dem heutigen Fußboden. Der etwa 25 Meter lange tonnengewölbte Raum ist durch Gurtbögen in sieben (ehemals acht) Joche unterteilt. Ursprünglich elf Nischen dienten der Auf¬bewahrung von Weinfässern. Die Haupttreppe führte in den früheren Burghof.

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Burg Treis

Ein weiteres Beispiel für den erheblichen Forschungsbedarf geben die beiden nahe dem Ort Treis (heute Treis-Karden) gelegenen Burgruinen Treis und Wildburg. Die bisherigen Erträge der ohnehin recht bescheidenen Forschungen haben inzwischen für größte Verwir¬rung gesorgt. Tatsächlich kann nicht mit letzter Sicherheit festgesetzt werden, bei welcher der beiden Anlagen es sich um Burg Treis und bei welcher um die Wildburg handelt. Jüngere Zuweisungsversuche, nach denen der Baubefund der heute gemeinhin als Treis bezeichneten vor¬deren Ruine wegen eines im Innenbereich liegenden angeblichen Gra¬bens auf eine Vorgängeranlage deutet, die erst später als Wildburg nachweisbare hintere Anlage in ihrer Substanz aber demgegenüber jünger wäre, lassen sich nicht bestätigen.
Gesicherte Erkenntnisse ergeben sich erst aus einer Erkunde Erz¬bischof Brunos von Trier (1102-1124) von 1121, aus deren Datie¬rungszeile sich ergibt, dass Kaiser Heinrich V. im selben Jahr „im Dorf Treis übernachtete, als er die Burg (castrum) eroberte, die Graf Otto gegen ihn errichtet hatte“. Weitere Einzelheiten über diese von Otto von Rheineck wohl kurz zuvor errichtete Befestigungsanlage und die erfolgreiche Belagerung durch Kaiser Heinrich V. sind nicht bekannt. Die Annahme einer noch früheren Burg, die einem Grafengeschlecht von Treis, das vor 1122 mit Graf Bertolf ausgestorben war, gehörte, lässt sich nicht belegen.
1148 hatte Hermann von Stahleck die Burg wieder aufgebaut und neu befestigt, woraufhin Otto von Rheineck – die für ihn verlorene – Anlage auf Erzbischof Adalbero von Trier übertrug. Die daraufhin erfolgte Belagerung durch trierische Truppen, der schließlich auf¬gegebene Entsatzversuch Hermanns und der Abzug der Burgbesat-zung werden in den Gesta Treverorum ausführlich, aber sehr einseitig und übertrieben geschildert. Seit dieser Zeit gehörte Burg Treis zum Erzbistum Trier, und noch unter Erzbischof Hillin wurde angeblich ein Turm errichtet.
Mit der Entscheidung zu Gunsten Triers verband sich für Treis ein am Mangel an Schriftquellen deutlich ablesbarer Bedeutungsverlust. Die ehemals umkämpfte, nun dem trierischen Amt Balduinseck (Burg nahe Kastellaun) zugeschlagene Burg wurde von einem erstmals vor 1277 nachgewiesenen Burggrafen verwaltet, dem erzbischöfliche, mit Burg¬lehen versehene Burgmannen zur Seite standen. Diesen Burggrafen wie auch den Großteil der nachgewiesenen Burgmannen stellte in der Folgezeit ein gleichnamiges Geschlecht der „Freien“ von Treis, das zu den trierischen Ministerialen gezählt wurde.
ln Lehen- und Amtsbesitz folgten der Familie von Treis vom 14. bis 18. Jahrhundert neben anderen die Herren von Pyrmont, die Herren von Winneburg-Beilstein (später Freiherren von Metternich) und die Herren (später Grafen) von Eltz. Zu unbekannter Zeit zur Ruine geworden, wurde von der sehr gefährdeten Anlage allein der Turm in jüngster Zeit saniert und mit einem Dach versehen.
Der alte Burgweg stellt auch heute noch den einzigen Zugang zur Ruine dar. Die am Hang übereinander gelegenen ersten beiden, nur noch rudimentär erhaltenen Tore ergaben einen Zwinger, in dem sich der Weg in einer Spitzkehre nach oben windet. Nach Passieren des zweiten Tors, auf das Mauerreste mit Einschubloch für den Riegel¬balken hinweisen, zeigt sich die hoch aufragende Mauer der Kernburg mit einem aus Grauwackenschiefer gefügten Verband.
Erhalten hat sich das Haupttor zur Kernburg, eine rundbogige Öff¬nung mit einem drei Meter langen Riegelbalkenloch in der Torlaibung, deren Überlagsbalken auf der Innenseite der Stabilisierung der Öff¬nung dient. Dieselbe Mauer wartet dicht unterhalb mit einem wei¬teren originalen Toreingang auf, der zu einem späteren Erweiterungs-bau des dahinter befindlichen Wohngebäudes gehört. Auch zu diesem Haus existiert noch der ursprüngliche Zugang. Das Erdgeschossniveau im Gebäude lässt sich anhand der Aussparungen für Balkenköpfe in der Westwand erschließen.
Ein weiteres ruinöses und inzwischen stark überwachsenes Gebäude, das als Kapelle gilt, befindet sich etwas unterhalb am östlichen Berg¬hang. Die einzig über Bodeniveau aufragende südliche Mauerpartie weist eine Vertiefung auf, die als Altarnische angesprochen wird. Darüber hinaus folgt in Verlängerung der Gebäudemauer nach Süden in einiger Entfernung das Fundament eines kleinen Rundturms (im Grundriss nicht verzeichnet).
Der Weg zum Plateau der Kernburg führt entlang des östlichen Wohn¬hauses, wobei eine Schlupfpforte neben dessen Südwestecke Auf¬merksamkeit verdient. Ein Ost-West orientiertes längliches Gebäude, vermutlich ein Wirtschaftsbau, ist nur anhand der ungewöhnlichen spitzwinklig aufragenden Mauerecke klar auszumachen. Die noch mehrere Meter hohe Trennmauer zweier einst großer Häuser am West¬hang zeigt eine Vielzahl von Rüstlöchern, in welchen vereinzelt noch Holzreste verborgen sind. Besonders auf der Ostseite ist die Trennung zwischen Wohnebene und Keller mit und ohne Putz bzw. Mörtel anschaulich nachvollziehbar.
Der derzeit unzugängliche, wohl aus der Mitte des 12. Jahrhunderts stammende Bergfried als das bedeutendste erhaltene Baurelikt weist fünf Geschosse auf, die durch Balkendecken getrennt waren. Sein Uocheingang ist heute wie damals nur über eine hölzerne Plattform zu erreichen, deren originale Balkenreste sich noch in Aussparungen erkennen lassen. Der bis auf die erneuerten Fenster im Obergeschoss völlig unbelichtete Turm verfügte über einen Abort und einen Spül¬stein, wie der Auslass des Schachtes im dritten und der Ausgussstein im vierten Geschoss beweisen.

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Burg Thurandt

Nach Aussage der vierten Fortsetzung der Gesta Treverorum erbaute der rheinische Pfalzgraf Heinrich, nachdem er aus dem Vorderen Orient zurückgekehrt war und die Wahl seines Bruders Otto von Braunschweig zum römisch-deutschen König 1198 unterstützt hatte, im Anschluss „eine Burg an der Mosel, die er Thurun nannte“ (… castrum edificavit super Mosellam, quod Thurunum appellavit). Dass diese Annahme der nicht immer zuverlässigen Chronik ernst genommen werden sollte, belegt neben dem Namen des Neubaus, der auf Burg Toron (heute Tibnin, Libanon) abhob, die zeitnahe nächste Erwähnung im Jahr 1209.
Zweifellos handelt es sich bei Thurandt also um eine pfalzgräfliche Gründung der Zeit nach 1198, die bald auf ungeklärte Weise in die Hände Erzbischof Engelberts 1. von Köln (1216-1225) gekommen war. Selbst eine auf Veranlassung Papst Honorius 111. 1218 abgesandte Delegation konnte Engelbert nicht dazu veranlassen, die Burg an Pfalzgraf Ludwig 1. zurückzugeben. 1238 nahmen Anhänger Pfalzgraf Ottos 11. einen noch von Engelbert 1. errichteten Turm vor der Burg durch List ein. Der im Anschluss daran im selben Jahr zustande gebrachte Waffenstillstand zwischen dem erwählten Kölner Erzbischof Konrad und dem Pfalzgrafen mit Gültigkeit bis zum 3. April 1239 beließ Thurandt nebst Turm in pfalzgräflicher Hand; erst 1243 ver¬zichtete der Kölner Erzbischof endgültig auf alle Ansprüche. Vorgebliche Übergriffe führten wenige Jahre später zur berühmten Belagerung von Thurandt, die angeblich schon 1246, spätestens aber am 13. April 1247 unter Erzbischof Arnold 11. von Trier begonnen hatte, dem später der kölnische Erzbischof zu Hilfe kam. Während der Auseinandersetzungen wurde die Burg vom gegenüberliegenden Bleidenberg (= Berg, auf dem Bliden, also Steinschleudern, auf¬gestellt waren) beschossen. Nachdem im Juli 1248 ein Entsatzversuch gescheitert war, musste sich die Besatzung unter dem pfalzgräflichen Marschall Berlewin Zurno von Alzey im September den Belagerern ergeben. Die Kosten der Belagerung hatte der Pfalzgraf zu erstatten, andernfalls sollte er die Burg nicht zurückerhalten. Zu einer solchen Entschädigung scheint es, wie spätere Quellen nahe legen, jedoch nicht gekommen zu sein; gemäß der Kölner Königschronik teilten die beiden Erzbischöfe die Burg mit einer Trennmauer und befestigten jeweils ihren Teil.
Im Verlauf des Spätmittelalters hatte diese recht ungewöhnliche Besitzkonstellation trotz aller Ansprüche der Pfalzgrafen Bestand, wie trierische und kölnische Burggrafen und Amtleute belegen. Seit dem 14. Jahrhundert zeigen zahlreiche Verpfändungen das nachlassende Interesse an der ehemals so umkämpften Anlage, die zunehmend aus den Schriftquellen verschwindet. Über die weitere Geschichte ist kaum etwas bekannt; angeblich wurde die schon zu Beginn des 17. Jahr¬hunderts dachlose Anlage 1689 von den Franzosen zerstört. Nach teil¬weise wenig auf die historische Bausubstanz Rücksicht nehmenden Wiederaufbauarbeiten des 19. und frühen 20. Jahrhunderts befindet sich die Teilruine gegenwärtig in privaten Händen.
Die lang gestreckte, etwa rechteckige Grundform der Anlage lässt sich entlang einer ungefähr mittig gelegenen Trennmauer in eine nördliche und eine südliche Hälfte unterteilen, die beide einen Berg¬fried aufweisen. Reste der auf unterschiedlichen Niveaus die Anlage umfassenden Zwingermauern sind nur noch bruchstückhaft zu ent-decken.
Im südlichen Burgteil versinnbildlicht der heutige Haupteingang exemplarisch den Gesamtzustand der Burg: Zwar mittelalterlich an¬mutend, ist er dennoch eine Neuschöpfung aus der Zeit um 1920. Wei-tere Neubauten sind das an der Moselfront platzierte Hauptgebäude mit dem vorangestellten Kassenbaus sowie das Haus neben dem südlichen Bergfried, der somit in diesem Bereich als einziges mittel¬alterliches Relikt angesprocben werden darf. Dieser aus Bruchstein gefügte Rundturm – ohne konkreten Nachweis auch als „Trierer Turm“ bezeichnet – von etwa 20 Metern Höhe verfügt über Reste des Außenputzes sowie des originalen Zinnenkranzes, ln der Eingangseta¬ge mit dem nach Süden orientierten Hocheingang hat sich ein ein¬drucksvoller Abort in der Mauerstärke erhalten, dessen Entsorgungs¬schacht außerhalb der Burg mündet. Die auf der Ostseite folgende „Kapelle“ ist wiederum ein moderner Bau und als Reminiszenz an eine frühere vermutete Burgkapelle zu betrachten. Im Hof davor zeigt eine aufgemauerte, mit eingelassenen Blidenkugeln geschmückte Schachtumrahmung die Position einer mittelalterlichen Zisterne. Von dieser Stelle aus gut zu erkennen ist die einstige Trennmauer zwischen südlichem und nördlichem Burgteil, deren zur Mosel gelegener West¬teil noch frei steht, während die Fortsetzung auf der Gegenseite zwischen Gebäuden verborgen ist.
ln der nördlichen Burghälfte schließen sich entlang der Ostseite ein frühneuzeitlicher Weinkeller und moselseitig ein rekonstruierter Wehr-gang an. Bei den darauf folgenden Bauteilen, die bislang stets als Trennmauer und als ein zwischen Türmen liegender Wehrgang angesehen wurden, könnte es sich möglicherweise um die Reste eines hochmittelalterlichen Wohnturms handeln. Östlich davon befindet sich ein mittelalterlicher Wohnbau mit als Stall hergerichtetem Keller, von dem noch drei Außenmauern aufrecht stehen. Während die Fenster erneuert sind, zeigen die unveränderten Seitenwände die Standorte ehemaliger Kamine (innen) und des Kaminzuges (außen) an. Der seinem südlichen Pendant ähnelnde, aber etwas niedrigere nördliche Bergfried (volkstümlich „Kölner Turm“) scheint neben dem Hocheingang in Richtung Mosel noch einen weiteren Zugang zum angrenzenden Wohnbau besessen zu haben. Die heutige Erschließung über einen Wehrgang von Osten und das „Jagdhaus“, das die Burg nach Norden abschließt, sind moderne Schöpfungen.
Ähnlich wie die Geschichte harrt auch die Baugeschichte von Burg Thurandt noch der gründlichen Erforschung. Als Gründungsbau um 1200 könnte der vermutete Wohnturm mit Ecktürmchen in der Nord¬hälfte angesehen werden. Die endgültige Ausdehnung der Kernburg wird erst nach der Teilung 1248 erreicht worden sein, als vermutlich auch die beiden runden Bergfriede errichtet wurden. Möglicherweise geht der rudimentär erhaltene zweite Wohnbau ebenfalls in diese Zeit zurück.

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Burg Sommerau

Die heute abseits der bekannten Verkehrswege im malerischen Ru¬wertal gelegene Burgruine Sommerau wird erstmals im Jahr 1303 erwähnt, als der Trierer Bürger Johann, gen. Walram, die ihm eigene Anlage (castrum Somerauwe) wohl im Zusammenhang mit Ausein¬andersetzungen zwischen Graf Heinrich 111. von Luxemburg und dem Trierer Erzbischof Dieter 111. Letzterem zu Lehen auftrug. Derselbe Jo¬hann bat 1318 den Nachfolger Dieters 111. im Bischofsamt, Balduin, um Übertragung des Lehens auf seinen Sohn Heinrich. Ein weiterer Johann Walram von Trier, möglicherweise ein Bruder oder Sohn Heinrichs, be¬stätigte 1330 das bestehende Lehnsverhältnis für sich und seine – man¬gels Söhnen auch weiblichen – Erben gegenüber Erzbischof Balduin, was 1346 für Sommerau und zahlreiche weitere trierische Lehen noch¬mals verbrieft wurde. Der zu dieser Zeit befürchtete Ernstfall eines Man¬gels an männlichen Nachkommen wurde gegen Ende des 14. Jahrhun¬derts offensichtlich akut, weshalb Erzbischof Werner von Trier 1389 zusicherte, dass nach dem Ableben Johann Walrams die beiden Brüder Johann und Heinrich von Fels die Lehnsnachfolge antreten sollten. Nach Ausweis der relativ spärlichen Schriftquellen verblieb Sommerau seit dem 15. bis zum Beginn des 17. Jahrhundert als trierisches Lehen im Besitz der Familie von Fels. Weitere Einzelheiten wie etwa auch der Zeitpunkt der Zerstörung der Anlage, die spätestens zu Beginn des 18. Jahrhunderts verfallen war, sind nicht bekannt. Heute befindet sich die malerische Ruine in Privatbesitz.
Von der insgesamt relativ kleinräumigen Anlage, die sich über einem an einen Schiffsrumpf erinnernden Grundriss erhebt, haben sich neben Wall und Graben insbesondere ein hohes Mauerstück des Wohnhaus sowie der Turm erhalten. Das ohne jegliche Bauzier auskommende Bruchsteinmauerwerk liefert keine verlässlichen Datierungshinweise. Die noch bis zur Höhe des ehemaligen vierten Geschosses aufragende Ruine des wohl im 14. Jahrhundert errichteten Wohnhaus zeigt unterschiedliche Fensternischen sowie die Reste von Kaminen, die anhand von senkrechten Baufugen und dem Kaminschacht im Mauer¬werk zu erschließen sind. Auf der Nordseite lässt sich die Lage einer früheren Tür am dortigen Mauerabbruch erkennen.
Im Gegensatz zu den vollständig verschwundenen Ringmauern präsentiert sich das Mauerwerk des wahrscheinlich gegen 1300 ent¬standenen, allerdings deutlich sanierten Turms als fast vollständig. Der zuzüglich eines ebenerdigen Kellers vier Stockwerke hohe Bau verfügt über kleine Fenster und mehrere Zugänge von der Hofseite, die über eine hölzerne Treppenkonstruktion erreichbar gewesen sein dürften. Fine weitere nachträglich vermauerte Öffnung im dritten Stockwerk, die später zum Fenster verändert wurde, kann als Zugang zu einem ehemaligen Wehrgang interpretiert werden.
Die baulichen Details im Inneren gestatten eine gewisse gedankliche Rekonstruktion des Turms: Über dem über einer Mittelstütze kreuzgewölbten Keller fand das erste Stockwerk mit seinem breiten Kamin wohl als Küche Verwendung. Das zweite Stockwerk mit einem weiteren Kamin könnte als Saal gedient haben, während das dritte mit Aborterker ganz eindeutig zu Wohnzwecken angelegt war. Ein deutlich in den Raum ragender Kaminschacht zieht sich von hier bis in die abschließende Etage, deren Fußbodenlage durch eine dichte Reihung von Balken gekennzeichnet wird.

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Burg und Schloss Schöneck

Im 1222 verfassten Kommentar zum Prümer Urbar von 893 wird erstmals eine „neue Burg, die Schöneck genannt wird“ als Sterbeort Konrads von Boppard erwähnt. Die damit vor 1222 als Reichsburg errichtete Anlage – noch immer oft mit Burg Schönecken in der Eifel verwechselt – wurde mit Reichsministerialen besetzt. Seit Ende des 13. Jahrhunderts auftretende Streitigkeiten zwischen den Erben konn¬ten bis 1324 bereinigt werden, wobei die betreffenden Urkunden zahlreiche Gebäude anführen, so einen Abort und eine Küche (1284), ein Haus vor der großen Kemenate (magna kayminata), ein Haus in der Niederburg neben der hinteren Pforte, den Bergfried und einen Stall an der hinteren Pforte (1324/26).
ln der bekannten Eltzer Fehde (1331-1336/37) mussten sich die Schönecker schließlich 1336 dem Trierer Erzbischof Balduin in einem Eriedensvertrag beugen. War damit der erste Schritt zu einem Ende ihrer Reichsunmittelbarkeit bereits vollzogen, so beendete die Über¬gabe von Schöneck durch König Karl IV. an Erzbischof Balduin von Trier 1354 ihren Status als Reichslehen und mithin als Reichsburg. Dennoch blieb die gleichnamige Familie, nun von trierischer Seite belehnt, bis zu ihrem Aussterben 1508 im Besitz der Burg, auf der jedoch auch ein trierischer Amtmann seinen Sitz nahm. Wenige Jahre zuvor (1488) hatte im Verlauf des sogenannten „Beilsteiner Krieges“ Kurfürst Philipp von der Pfalz die Burgbesatzung von seinen Amtleuten zu Bacharach und Stromberg durch eine List überrumpeln und die Anlage besetzen lassen.
1602 zeigten sich nach Ausweis der Verpfändungsurkunde Erz¬bischof Lothars von Trier für Hans Anton von Eltz bereits gravierende Mängel am Baubestand. Vor 1646 durch einen Brand schwer beschädigt und in der Folgezeit offensichtlich ungehindert dem Verfall preisgegeben, kamen die Ruinen 1805 in privaten Besitz. Neubauten von Wohnhäusern, der Kapelle (1811) und weitere Aus¬bauten 1846-1848 mit dem fehlgeschlagenen Ziel, eine Molken-kuranstalt einzurichten, veränderten das Aussehen der mittelalter¬lichen Burgreste nicht unwesentlich, die 1970/71 und 1979 gegen weiteren Verfall gesichert werden konnten. Heute befindet sich die gesamte schlossähnliche Ruine im Privatbesitz der Nachfahren des Malers Wilhelm Steinhausen, der 1910 den oberen Burgteil erworben hatte.
Die Weitläufigkeit der einstigen Burg lässt sich am besten anhand des Grundrisses nachvollziehen. Die trapezförmige hochmittelalterliche Kernburg mit mehreren Gebäuden, darunter der Bergfried, wurde durch Unterburg und Zwinger im Laufe der Jahrhunderte deutlich erweitert.
Man erreicht die in Bruchsteinmauerwerk ausgeführte Burg vom südlichen Zwinger aus, in dem sich heute eine als Parkplatz genutzte Freifläche befindet. Weder das dortige Tor noch die westliche Ringmauer stehen aufrecht. Entlang und unterhalb der auf einer Fels¬kuppe ruhenden Kernburg führt der Weg zunächst vorbei an einem halbrunden Flankierungsturm, der eine – rekonstruierte – Wehrplatte auf vorkragendem Rundbogenfries zeigt, und durch das einzig erhaltene mittelalterliche Tor zum nördlichen Zwinger. Dort liegt unmittelbar vor dem in Resten erhaltenen ehemaligen dritten Tor ein rechteckiger Flankierungsturm innerhalb der Ringmauer. Der folgende runde Flankierungsturm (heute weiß verputzt) mit einem Kranz aus Konsolsteinen dürfte zumindest im Sockelbereich ebenso noch dem Mittelalter entstammen wie das angesetzte Gebäude, das in seinem Obergeschoss die 1811 neu errichtete Kapelle beherbergt.
Bei dem zwischen diesem Kapellenbau und dem gegenwärtigen Ein¬gang zum inneren Bereich platzierten, aus der Mauerflucht vorsprin¬genden Bauteil handelt es sich um den Stumpf des rechteckigen Berg¬frieds, auf den später ein Gebäude aufgesetzt wurde. Die private Kernburg mit ihren Gebäuden, die sämtlich frühestens dem 19. Jahr¬hundert entstammen, kann über eine Treppe mit segmentbogigem Tor und Wappenstein mit dem Wappen der Familie von Schöneck betreten werden. Das zweigeschossige Haus neben dem nordwestlichen Flan-kierungsturm diente dem Maler Wilhelm Steinhausen als Wohnung. Von der weitläufigen, sich südlich und östlich anschließenden Unter¬burg und ihren vorgelagerten Zwingern haben sich neben den mehr¬fach reparierten Mauern noch zwei Türme erhalten. Während der heute als halbrund erscheinende Turmstumpf im Südwesten in Nähe des Forsthauses aus dem 19. Jahrhundert einen herrlichen Blick in das Ehrbachtal ermöglicht, ist der östliche nicht zugänglich. Die dort ansetzende nördliche Ringmauer bietet den Rest eines Wehrgangs auf spitzbogigen Arkaden, unter denen jeweils eine Schießscharte in die Mauer eingelassen ist.

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