Burg Sommerau

Die heute abseits der bekannten Verkehrswege im malerischen Ru¬wertal gelegene Burgruine Sommerau wird erstmals im Jahr 1303 erwähnt, als der Trierer Bürger Johann, gen. Walram, die ihm eigene Anlage (castrum Somerauwe) wohl im Zusammenhang mit Ausein¬andersetzungen zwischen Graf Heinrich 111. von Luxemburg und dem Trierer Erzbischof Dieter 111. Letzterem zu Lehen auftrug. Derselbe Jo¬hann bat 1318 den Nachfolger Dieters 111. im Bischofsamt, Balduin, um Übertragung des Lehens auf seinen Sohn Heinrich. Ein weiterer Johann Walram von Trier, möglicherweise ein Bruder oder Sohn Heinrichs, be¬stätigte 1330 das bestehende Lehnsverhältnis für sich und seine – man¬gels Söhnen auch weiblichen – Erben gegenüber Erzbischof Balduin, was 1346 für Sommerau und zahlreiche weitere trierische Lehen noch¬mals verbrieft wurde. Der zu dieser Zeit befürchtete Ernstfall eines Man¬gels an männlichen Nachkommen wurde gegen Ende des 14. Jahrhun¬derts offensichtlich akut, weshalb Erzbischof Werner von Trier 1389 zusicherte, dass nach dem Ableben Johann Walrams die beiden Brüder Johann und Heinrich von Fels die Lehnsnachfolge antreten sollten. Nach Ausweis der relativ spärlichen Schriftquellen verblieb Sommerau seit dem 15. bis zum Beginn des 17. Jahrhundert als trierisches Lehen im Besitz der Familie von Fels. Weitere Einzelheiten wie etwa auch der Zeitpunkt der Zerstörung der Anlage, die spätestens zu Beginn des 18. Jahrhunderts verfallen war, sind nicht bekannt. Heute befindet sich die malerische Ruine in Privatbesitz.
Von der insgesamt relativ kleinräumigen Anlage, die sich über einem an einen Schiffsrumpf erinnernden Grundriss erhebt, haben sich neben Wall und Graben insbesondere ein hohes Mauerstück des Wohnhaus sowie der Turm erhalten. Das ohne jegliche Bauzier auskommende Bruchsteinmauerwerk liefert keine verlässlichen Datierungshinweise. Die noch bis zur Höhe des ehemaligen vierten Geschosses aufragende Ruine des wohl im 14. Jahrhundert errichteten Wohnhaus zeigt unterschiedliche Fensternischen sowie die Reste von Kaminen, die anhand von senkrechten Baufugen und dem Kaminschacht im Mauer¬werk zu erschließen sind. Auf der Nordseite lässt sich die Lage einer früheren Tür am dortigen Mauerabbruch erkennen.
Im Gegensatz zu den vollständig verschwundenen Ringmauern präsentiert sich das Mauerwerk des wahrscheinlich gegen 1300 ent¬standenen, allerdings deutlich sanierten Turms als fast vollständig. Der zuzüglich eines ebenerdigen Kellers vier Stockwerke hohe Bau verfügt über kleine Fenster und mehrere Zugänge von der Hofseite, die über eine hölzerne Treppenkonstruktion erreichbar gewesen sein dürften. Fine weitere nachträglich vermauerte Öffnung im dritten Stockwerk, die später zum Fenster verändert wurde, kann als Zugang zu einem ehemaligen Wehrgang interpretiert werden.
Die baulichen Details im Inneren gestatten eine gewisse gedankliche Rekonstruktion des Turms: Über dem über einer Mittelstütze kreuzgewölbten Keller fand das erste Stockwerk mit seinem breiten Kamin wohl als Küche Verwendung. Das zweite Stockwerk mit einem weiteren Kamin könnte als Saal gedient haben, während das dritte mit Aborterker ganz eindeutig zu Wohnzwecken angelegt war. Ein deutlich in den Raum ragender Kaminschacht zieht sich von hier bis in die abschließende Etage, deren Fußbodenlage durch eine dichte Reihung von Balken gekennzeichnet wird.

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