Burg und Schloss Schöneck

Im 1222 verfassten Kommentar zum Prümer Urbar von 893 wird erstmals eine „neue Burg, die Schöneck genannt wird“ als Sterbeort Konrads von Boppard erwähnt. Die damit vor 1222 als Reichsburg errichtete Anlage – noch immer oft mit Burg Schönecken in der Eifel verwechselt – wurde mit Reichsministerialen besetzt. Seit Ende des 13. Jahrhunderts auftretende Streitigkeiten zwischen den Erben konn¬ten bis 1324 bereinigt werden, wobei die betreffenden Urkunden zahlreiche Gebäude anführen, so einen Abort und eine Küche (1284), ein Haus vor der großen Kemenate (magna kayminata), ein Haus in der Niederburg neben der hinteren Pforte, den Bergfried und einen Stall an der hinteren Pforte (1324/26).
ln der bekannten Eltzer Fehde (1331-1336/37) mussten sich die Schönecker schließlich 1336 dem Trierer Erzbischof Balduin in einem Eriedensvertrag beugen. War damit der erste Schritt zu einem Ende ihrer Reichsunmittelbarkeit bereits vollzogen, so beendete die Über¬gabe von Schöneck durch König Karl IV. an Erzbischof Balduin von Trier 1354 ihren Status als Reichslehen und mithin als Reichsburg. Dennoch blieb die gleichnamige Familie, nun von trierischer Seite belehnt, bis zu ihrem Aussterben 1508 im Besitz der Burg, auf der jedoch auch ein trierischer Amtmann seinen Sitz nahm. Wenige Jahre zuvor (1488) hatte im Verlauf des sogenannten „Beilsteiner Krieges“ Kurfürst Philipp von der Pfalz die Burgbesatzung von seinen Amtleuten zu Bacharach und Stromberg durch eine List überrumpeln und die Anlage besetzen lassen.
1602 zeigten sich nach Ausweis der Verpfändungsurkunde Erz¬bischof Lothars von Trier für Hans Anton von Eltz bereits gravierende Mängel am Baubestand. Vor 1646 durch einen Brand schwer beschädigt und in der Folgezeit offensichtlich ungehindert dem Verfall preisgegeben, kamen die Ruinen 1805 in privaten Besitz. Neubauten von Wohnhäusern, der Kapelle (1811) und weitere Aus¬bauten 1846-1848 mit dem fehlgeschlagenen Ziel, eine Molken-kuranstalt einzurichten, veränderten das Aussehen der mittelalter¬lichen Burgreste nicht unwesentlich, die 1970/71 und 1979 gegen weiteren Verfall gesichert werden konnten. Heute befindet sich die gesamte schlossähnliche Ruine im Privatbesitz der Nachfahren des Malers Wilhelm Steinhausen, der 1910 den oberen Burgteil erworben hatte.
Die Weitläufigkeit der einstigen Burg lässt sich am besten anhand des Grundrisses nachvollziehen. Die trapezförmige hochmittelalterliche Kernburg mit mehreren Gebäuden, darunter der Bergfried, wurde durch Unterburg und Zwinger im Laufe der Jahrhunderte deutlich erweitert.
Man erreicht die in Bruchsteinmauerwerk ausgeführte Burg vom südlichen Zwinger aus, in dem sich heute eine als Parkplatz genutzte Freifläche befindet. Weder das dortige Tor noch die westliche Ringmauer stehen aufrecht. Entlang und unterhalb der auf einer Fels¬kuppe ruhenden Kernburg führt der Weg zunächst vorbei an einem halbrunden Flankierungsturm, der eine – rekonstruierte – Wehrplatte auf vorkragendem Rundbogenfries zeigt, und durch das einzig erhaltene mittelalterliche Tor zum nördlichen Zwinger. Dort liegt unmittelbar vor dem in Resten erhaltenen ehemaligen dritten Tor ein rechteckiger Flankierungsturm innerhalb der Ringmauer. Der folgende runde Flankierungsturm (heute weiß verputzt) mit einem Kranz aus Konsolsteinen dürfte zumindest im Sockelbereich ebenso noch dem Mittelalter entstammen wie das angesetzte Gebäude, das in seinem Obergeschoss die 1811 neu errichtete Kapelle beherbergt.
Bei dem zwischen diesem Kapellenbau und dem gegenwärtigen Ein¬gang zum inneren Bereich platzierten, aus der Mauerflucht vorsprin¬genden Bauteil handelt es sich um den Stumpf des rechteckigen Berg¬frieds, auf den später ein Gebäude aufgesetzt wurde. Die private Kernburg mit ihren Gebäuden, die sämtlich frühestens dem 19. Jahr¬hundert entstammen, kann über eine Treppe mit segmentbogigem Tor und Wappenstein mit dem Wappen der Familie von Schöneck betreten werden. Das zweigeschossige Haus neben dem nordwestlichen Flan-kierungsturm diente dem Maler Wilhelm Steinhausen als Wohnung. Von der weitläufigen, sich südlich und östlich anschließenden Unter¬burg und ihren vorgelagerten Zwingern haben sich neben den mehr¬fach reparierten Mauern noch zwei Türme erhalten. Während der heute als halbrund erscheinende Turmstumpf im Südwesten in Nähe des Forsthauses aus dem 19. Jahrhundert einen herrlichen Blick in das Ehrbachtal ermöglicht, ist der östliche nicht zugänglich. Die dort ansetzende nördliche Ringmauer bietet den Rest eines Wehrgangs auf spitzbogigen Arkaden, unter denen jeweils eine Schießscharte in die Mauer eingelassen ist.

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