Burg Veldenz

Hoch über einem engen Seitental der Mosel erheben sich die Rui¬nen der ehemals weitläufigen Burg Veldenz, die von dem gleich¬namigen, seit Anfang des 12. Jahrhunderts belegten Grafengeschlecht oberhalb einer älteren Siedlung errichtet wurde. 1156 bestätigte Kai¬ser Friedrich 1. („Barbarossa“) dem kurz zuvor zum Bischof von Ver¬dun erhobenen Albert 1. von Marcey außer der Grafschaft Verdun unter anderen Eigentümern des Bistums auch „die Burg Veldenz (Valdentiam castrum) mit der Vogtei und dem Bann und dem Hof, der Mülheim genannt wird, mit seinen Zubehörden“. Diese Nennung stellt die Ersterwähnung der Burg dar; bisher kolportierte frühere Datierun¬gen, darunter insbesondere die Jahre 1085, 1107 und 1129, entfallen, da in den betreffenden Urkunden eine Burg nicht genannt wird. Veldenz war somit Eernbesitz des Bistums Verdun, der von den Bischöfen als Lehen an die Grafen ausgegeben wurde, die wiederum eigene Burgmannen einsetzten. Noch 1334 erklärte Bischof Heinrich von Verdun, dass ihm das Öffnungsrecht zustünde und ihm bei Bedarf der baulich in Stand zu haltende „bischöfliche Saal“ jederzeit zu öffnen sei. Aussagekräftige Schriftquellen zu Baugestalt und Aus¬stattung der Burg haben sich leider nur in sehr geringem Maße über¬liefert.
Nach dem Aussterben der älteren Grafenfamilie mit Gerlach V. 1259 fielen Grafschaft und damit auch die Burg über weibliche Erbfolge 1268/70 an Heinrich von Geroldseck, der seinerseits den Namen Veldenz weiterführte. Als auch diese zweite, jüngere Grafenfamilie 1444 mit dem Tod Friedrichs 111. ohne männliche Nachkommen endete, kamen die Besitzungen an seinen Schwiegersohn, Herzog Stephan von Pfalz-Simmern-Zweibrücken, dessen Sohn Ludwig, gen. der Schwarze (1444/59-1489), eine eigene Linie Pfalz-Zweibrücken- Veldenz (1543-1694 Pfalz-Veldenz) begründete.
Die allmählich in den Hintergrund gedrängten und durch Entscheid König Maximilians 1. 1497 abgewiesenen lehnsherrlichen Ansprüche des Bistums Verdun schließlich sollten für die im Dreißigjährigen Krieg 1630/31 besetzte, aber wohl nicht beschädigte Burg Veldenz fatale Konsequenzen zeitigen. Als der (protestantische) Pfalzgraf Leopold Ludwig von Pfalz-Veldenz gegenüber dem (katholischen) König Ludwig XIV. von Frankreich den Lehnseid verweigerte, den dieser vor dem Hintergrund der 1648 verbrieften Souveränität der französischen Krone über Verdun gefordert hatte, zogen 1680 französische Truppen vor Veldenz und zerstörten es in der Folge gründlich.
Seit dieser Zeit in Ruinen liegend, wurde die als Steinbruch aus- gebeutete Anlage zu Beginn des 19. Jahrhunderts in private Hände versteigert. Sicherungsmaßnahmen des 20. Jahrhunderts haben die bedeutende und eindrucksvolle Burgruine vor weiterem Verfall retten können.
Die Gesamtanlage von Burg Veldenz gruppiert sich auf verschiedenen Niveaus entlang des Bergrückens mit einem unteren und einem oberen Eingang auf der Südseite. Der obere Eingang mit einst mächtigem Turm und davor liegendem, heute verschütteten Graben stellt den ursprünglichen Hauptzugang zur Burg dar, der durch einen in den Fels getriebenen Stollen in die Ruine führt. Die Torsicherung wurde im Spätmittelalter durch einen Torzwinger mit halbrundem Flankierungsturm im Osten und Wächterstube mit Schießscharten im Westen vorgenommen. Spuren weiterer Sicherungseinrichtungen in Form von Toren und Wurfschäcbten sind beim Durchqueren der Tor¬gasse zu entdecken. An den über dem Tor einst aufragenden imposanten Turm erinnert heute nur noch der Sockel mit moderner Aussichtsplattform auf dem höchsten Punkt des Felsens. Der dahinter gelegene tiefere Bereich trennt den nördlichsten Bereich der Burg ab, der auf der oberen Felsspitze seinen Platz findet. Hier ist wohl der älteste Teil der Burg zu suchen, in dem sich anstelle des vermuteten oberen Palas nun ein kleines Häuschen des 20. Jahrhunderts befindet. Die meisten Überreste sind auf dem mittleren Burgniveau erhalten. Im Norden, durch einen gewölbten Gang zu erreichen, liegt auf der Fels¬nase ein zweigeteilter Wohnbau, in dessen östlichem Abschnitt ohne Beweis eine Kapelle vermutet wird. Die westliche Giebelwand mit vielen Details hat sich weitgehend erhalten. Über einem aus dem Fels gebrochenen flachbogigen Durchgang in das Hintergebäude sind zwei Etagen zu rekonstruieren, deren Fußböden und Decken sich an Hand großflächig erhaltener Putzreste zuordnen lassen. Ein aus dem Sims des Kamins im Obergeschoss geborgener und dendrochronologisch datierter Balkenrest macht eine Erbauung dieser Wand im zweiten Viertel des 14. Jahrhunderts glaubhaft.
Die Inneneinteilung des westlich anstoßenden Hauses mit einer Treppe in der Nord westecke ist an derselben Mauer ebenso nachvoll¬ziehbar. Im zweiten Obergeschoss zeigt sich der durch die Mauer ragende Balken des benachbarten Kamins, oberhalb daneben der ein¬zig existierende Rest eines Fenstergewändes aus Werkstein. Die west¬liche Schmalseite des Gebäudes war durch vier Fenster belichtet. Die Balkendecke, welche den Keller von den Wohnräumen abtrennte, ist anhand der Ausnehmungen für Balkenköpfe ablesbar. Vom südlich anschließenden Bau ist nur noch die Außenmauer erhalten. Im kleinen Hof davor befindet sich der Schacht einer Filterzisterne mit aus¬geräumtem, kreisrunden Entnahmeschacht und unberührtem Filter¬becken.
Das äußerlich beeindruckendste Haus ist der 1897 wieder aufgebaute, sogenannte Rittersaal, ln die zu großen Teilen noch erhaltene Hülle – darunter liegt ein spätgotischer Gewölbekeller – wurde dem Zeit¬geschmack entsprechend ein „Rittersaal“ mit Kamin eingerichtet, dem sich südlich Funktionsbauten des 20. Jahrhunderts anschließen. Das untere Burgniveau erreicht seinen baulichen Höhepunkt mit dem ehemaligen unteren Torturm, dem ein kleiner Zwinger vorgelagert ist. Der etwa halbrunde Bau mit originalem Tonnengewölbe im Sockel¬geschoss verrät durch seine Schlüsselscharte seine Entstehungszeit etwa ab dem mittleren 15. Jahrhundert.

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