Rauschenburg

Die über der wildromantischen Ehrbachklamm gelegene Burg wurde im Zusammenhang mit der Eltzer Fehde (1331-1336/37) von Erzbischof Balduin auf dem 1285 erstmals erwähnten Rauschen¬berg errichtet. Dem Bergnamen entlehnt, lautet ihre Bezeichnung in den maßgeblichen Schriftquellen „Rauschenburg“, wohingegen der Name „Baldenruise“ oder „Baldenrüsse“ eine Erfindung der späteren Geschichtsschreibung zu sein scheint.
Nach Aussage der Gesta Treverorum erbaute der Trierer Erzbischof die relativ kleine Anlage 1332 „von den Fundamenten an“ gegen die vier feindlichen Burgen Schöneck, Ehrenburg, Waldeck und Eltz. Mag die Formulierung des einseitig schreibenden Chronisten des Tatenberichts, der sie als „gebauten Hammer seiner Macht, welcher die Hörner der Hochmütigen zerschmetterte“, beschreibt, auch übertrieben sein, so wird der Neubau in Sichtweite von Schöneck und unweit der Ehrenburg zumindest eine symbolisch-psychologische Wirkung gezeitigt haben. Nach dem Eriedensvertrag von 1336, in dem die nuwe bürg uff dem Russemberge in ihrem Fortbestand und baulichen Unterhalt bestätigt wurde, und noch vor der Aussöhnung mit Johann von Eltz setzte Balduin von Trier mit Konrad von Esch bereits einen ersten Burggrafen ein, dessen Amt in der Familie weitervererbt werden sollte. Vereinzelt erkennbare Absichten zur Gründung einer Siedlung oder wenigstens einer materiellen Absicherung des Burggrafenamtes sind wohl nicht über Ansätze hinausgekommen.
Einem weiteren Burggrafen (Konrad von Schöneck, vor 1379) folgten mit gleichen Aufgaben, aber unter der Titulatur „Amtmann“ Kuno von Sterrenberg (vor 1394) und Dietrich Boos von Waldeck (1394). ln der ersten Hälfte des 15. Jahrhunderts zu beobachtende Zersplit¬terungen der Besitzanteile und damit verbundene Streitigkeiten scheinen nach 1456 ihr Ende zu Gunsten der Familie Boos von Wald¬eck gefunden zu haben, die seitdem als alleiniger Lehnsträger auftritt. Der Zeitpunkt der Zerstörung dürfte nur wenige Jahrzehnte später anzusetzen sein: ln einem Vertrag zwischen Erzbischof Johann 11. von Trier und Johann Boos von Waldeck aus dem Jahr 1489 wird die Rauschenburg bereits als zerstört und unbewohnt erwähnt, was möglicherweise die Folge von Auseinandersetzungen zwischen dem Trierer Bischof und dem pfälzischen Kurfürsten Philipp dem Auf-richtigen im „Beilsteiner Krieg“ 1488 gewesen sein mag. Ob die noch oder wieder 1772 als ganz verfallen erwähnten Ruinen erneut auf¬gebaut worden waren, bleibt trotz (rein formalen) Belehnungsakten bis ins späte 18. Jahrhundert hinein unklar.
Die annähernd fünfeckige Kernanlage von 1332 ist auf zwei Seiten von Gräben und nahezu allseitig von Zwingern umgeben. Der kom¬pakte Grundriss zeigt als Besonderheiten einen runden Turm an der sturmfreien Südseite, der wegen seiner Lage und Dimension eher als Wachtturm denn als Bergfried angesehen werden sollte, sowie eine Tourelle westlich daneben. Spätere Erweiterungen bzw. Umbauten sind in Gestalt der Zwinger, der veränderten Zugangssituation wie auch des Kamins im Wohngebäude fassbar.
Der Uauptzugang zur Burg erfolgte früher zunächst von Osten, wo die Gewände des Zwingertors samt einer Torwange noch aufrecht stehen, vor denen eine Brücke den vorgelagerten Graben überspannt haben dürfte. Während sich die Zwingermauern mit vereinzelten Schie߬scharten stellenweise kaum noch über Bodenniveau erheben, ragt die Ringmauer der Kernburg noch bis zu 10 Meter hoch auf. Ob es sich bei einer im östlichen Abschnitt vermauerten rundbogigen Toröffnung, die sich innen wie außen noch gut erkennen lässt, um den ursprünglichen Zugang zur Burg (von 1332?) handelt, ist bislang ungeklärt.
Durch zwei weitere Tore – davon das erste im verlängerten und ver¬dickten östlichen Schenkel der Ringmauer mit Kragsteinresten an der Krone, die einen früheren Wehrerker erahnen lassen – gelangt man in das Innere der Anlage. Das ehemals zweigeschossige Hauptgebäude lag im Nordosten, wie Spuren des in den Fels eingetieften Kellers, zahlreiche Balkenlöcher und die Reste eines Kamins beweisen. Uber der bereits von der Feldseite her bekannten vermauerten Toröffnung in der Ostmauer deuten mehrere senkrechte Ausnehmungen auf eine ehemalige hölzerne Konstruktion ungewissen Aussehens hin. Die zahllosen weiteren Löcher im Verband aus Schieferbruchstein stam¬men von den oft noch vorhandenen Hölzern des Baugerüstes. Eine rechteckige Vertiefung im Fels vor der Ostmauer ist am ehesten als Zisterne zu interpretieren.
Die einzigen erhaltenen Öffnungen finden sich in der kurzen West¬mauer, deren nach einer Sanierung verändertes Aussehen nicht mehr eindeutig zwischen Fenstern und Schießscharten unterscheiden lässt. Der nur als Stumpf auf uns gekommene Turm mit einem Innen¬raum von gerade einmal etwa 7 m2 muss vom Wehrgang aus erreich¬bar gewesen sein, da man auf Bodenniveau jegliche Öffnung ver¬misst.

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Burg Ramstein

Die landläufige Vermutung, dass ein Vorgängerbau von Burg Ram¬stein bereits um die Wende zum 9. Jahrhundert errichtet worden ist, kann nicht ohne berechtigte Zweifel bestätigt werden. Tatsächlich erwarb laut einer undatierten, auf die Zeit um 926 zu setzenden Urkunde ein trierischer Vasall namens Volmar mit Einverständnis Erz¬bischof Ruotgers von Trier (915-930) einen an die Mark Butzweiler stoßenden Eelsen mit einem darauf bereits von Erzbischof Radbod (883-915) erbauten Gebäude (edificium), um darauf Befestigungen (municiuncula) zu errichten. Diesen Eelsen mit dem Burgfelsen des späteren Ramstein zu identifizieren, ist zwar eine Möglichkeit, aber keinesfalls eine gesicherte Tatsache, zumal bauliche Relikte dieser frü¬hen Zeit und weitere Schriftstücke für die folgenden knapp 400 Jahre nach dem gegenwärtigen Forschungsstand fehlen.
Somit kommt einer Urkunde aus dem Jahr 1310 die entscheidende Bedeutung für die Ermittlung des Erbauungszeitpunktes zu: ln dieser Urkunde gab Erzbischof Balduin von Trier (1307-1354) das bereits von seinem Vorgänger, Erzbischof Dietrich 11. (1300-1307), begonnene, aber nicht vollendete Haus Ramstein an seinen Lehrer, den Trierer Domdekan Johann von Bruaco/Bruch zu Lehen aus unter der Ma߬gabe, dass ihm und seinen Nachfolgern Burg und Turm jederzeit auf Verlangen zu öffnen seien. Nachdem schon wenige Monate zuvor An¬sprüche Arnolds von Pettingen (heute Pitanges, Luxemburg) abge¬wiesen worden waren, wurde die Anlage in der Folgezeit an Johann von Fels (1328, 1332) und Wilhelm von Manderscheid (1336, 1340) zu Lehen ausgegeben. 1317 urkundete Erzbischof Balduin auf Ramstein. Im 15. Jahrhundert an die Trierer Archidiakone Ruprecht von Hohen¬ecken (1402) und Dieter von Stein (1488, 1490), der Baumaßnahmen durchführen sollte, verlehnt, ernannte Erzbischof Johann 11. von Trier (1456-1503) mit Heinrich von Hartenrode im Jahr 1500 erstmals einen Burggrafen auf Lebenszeit. Anscheinend 1689 von französi¬schen Truppen zerstört, wurde die (Teil-?)Ruine verschiedentlich noch bis in das 18. Jahrhundert hinein genutzt und nach nochmaligen Beschädigungen 1945 in den Jahren 1978-1983 umfassend gegen weiteren Verfall gesichert.
Die im Tal der Kyll auf einem Buntsandsteinklotz emporragende Burg¬ruine wirkt bereits aus der Ferne beeindruckend. Der ursprüngliche Zugang befand sich etwa dort, wo heute die Ausflugsgaststätte liegt.
Der eigentliche Burgfelsen als Kern der im Grundriss ovalen Anlage trägt den noch sehr ansehnlichen Wohnturm, während die umge¬benden Ringmauern nur noch rudimentär erhalten sind.
Hinter einem die Felsbarre durchschneidenden Graben erhebt sich der Hauptbau des frühen 14. Jahrhunderts, ln einer Sanierung des 20. Jahrhunderts wurden fehlende Mauerpartien ergänzt, ins¬besondere die Nordwest- und Südostecke sowie der südwestliche Treppenturm. Sie sind vom Altbestand, der durch einen Putz ge¬schützt ist, überall klar zu unterscheiden.
Die Hauptbedeutung des Gebäudes als repräsentativer (Neben-)Wohn- sitz ist an der Architektur klar abzulesen, wie die bis zu 18 Meter hoch aufragenden Mauern mit Kaminen und ihren vielen reich geschmückten Öffnungen – schmale hohe Fenster und Türen mit geradem Sturz, die häufig mit Dreipassblenden verziert sind – belegen. Die einst vergitterten Fenster zeigen in den originalen Gewänden im oberen Drittel jeweils eine Nut, die wohl zum Einstellen eines Holzrahmens diente, der ein verglastes Fenster aufnahm. Ein ungewöhnliches bauliches Detail ist auf der Außenseite der Nord¬mauer erhalten, wo Säulen eines Kamins im ersten Obergeschoss sowie zahlreiche Balkenlöcher auf einen beheizbaren hölzernen Anbau, der auch als Abort gedient haben wird, verweisen. Weitere Anbauten wie etwa ein Wehrerker über dem westlichen Haupteingang sind nur noch von früheren Bildquellen bekannt.
Die Trapezform des Grundrisses wird von zwei gerundeten Treppen¬türmen durchbrochen. Während der nahe der Südwestecke gelegene im Erdgeschoss beginnt, setzt der nordöstliche Wendelstein, bestens erhalten, im ersten Obergeschoss an.
Das Innere des Hauses war von zwei Seiten zu betreten, wobei im Nordteil des Erdgeschosses mit einem breiten Kamin die Küche angenommen werden darf. Der Aufgang zum Wohnbereich war nur durch den Treppenturm in der Ecke möglich. Infolge der Sanierung sind weder die früheren Ansatzspuren der einstigen Eachwerkwände sichtbar noch mögliche Baufugen festzustellen. Oberhalb des Kamins in der nächsten Etage trennte eine Zwischenwand das Haus in zwei Hälften, von denen jede über einen Kamin an den Schmalseiten, hohe Fenster sowie eine Tür zum Anbau auf der Nordseite verfügte. Eine Sonderfunktion nimmt hierbei der östliche Raum ein, war doch von hier über eine weitere Wendeltreppe der Zugang zu den oberen Räumlichkeiten möglich. Das zweite Obergeschoss ist durch sieben einbahnige Fenster mit Sitzgelegenheit und einen Kamin im Süden gekennzeichnet. Die letzte, nur rudimentär erhaltene Etage verfügte wiederum über sieben Fenster, allerdings ohne Sitznische.
Infolge des heutigen Zustands ist nicht mehr eindeutig zwischen Ur¬sprungsbau und späteren Änderungen zu trennen. Da keine Plan¬änderungen festgemacht werden können, darf der komplette Rohbau als Werk Erzbischof Dietrichs 11. gelten. Möglicherweise ist die luxuriöse Innenausstattung erst seinem Nachfolger Balduin zu verdanken.

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Burg und Schloss Pyrmont 2

Die ihrer Lage und Gestalt wegen weniger auffällige nördliche Nieder¬burg zeigt dennoch einige interessante bauliche Details. So sind in der Schmalseite des im Barock tief greifend umgestalteten Wohnhaus Baufugen sichtbar, die Hinweise auf das mittelalterliche Aussehen des Gebäudes geben. Der vorspringende Turm, in dem sich heute ein Auf¬zug befindet, war einst ein Latrinenturm. Durch das ursprüngliche Burgtor in der Ecke der Nordmauer, dem heute ein Neubau aufsitzt, ist sowohl die südliche Partie der Niederburg als auch – durch einen „Wintergang“ genannten überbauten Aufstieg im Fels – die Oberburg erreichbar.
Die mehrere Meter hoch erhaltene südliche Ringmauer verfügt über zwei runde, stark erneuerte Flankierungstürme unterschiedlicher Dimension. Die rundbogige Öffnung neben dem kleineren Turm, die auf eine Aussichtsplattform führt, ist zwar sekundär eingebrochen, jedoch bereits historisch bezeugt. Durch einen modernen Anbau zum Teil verstellt sind die vielen Balkenlöcher des Berings, welche die Holz¬konstruktion des einstigen Wehrgangs trugen. Dass nach Aufgabe des Wehrgangs Häuser an die Mauer angebaut waren, ist aus den auf¬ragenden Mauerstücken mit Fensterresten ersichtlich. Das einzig existierende bauliche Relikt der Niederburg stellt ein heute für Ver¬anstaltungen genutzter Gewölbekeller dar, der mit dem 1441 ge¬nannten Kelterhaus gleichgesetzt wird. Ein der Kernburg östlich vor¬gelagerter Zwinger leitet durch zwei erhaltene Tore, das untere mit Schießscharten ausgestattet, zur sogenannten Turnierwiese nordöst¬lich der Burg.
Solange eine Untersuchung des Wohngebäudes aussteht, gilt der Bergfried als ältester Bauteil der Burg. Der etwa 25 Meter hohe Turm mit seinem später aufgesetzten Obergeschoss auf vorkragendem Rundbogenfries wird als einer der frühesten runden Bergfriede auf deutschem Boden angesehen. Wegen des noch anhaftenden his-torischen Putzes sind die Spuren verschiedener Anbauten gut aus¬zumachen, darunter die Putzkanten eines hölzernen Vorbaus am zum Fenster umgebauten Hocheingang. Neben den Fensterstürzen im obersten Geschoss ragen Konsolsteine für die früheren Klappläden aus dem Mauerverband hervor. Im Inneren befindet sich zuunterst im Sockel und nur vom Wohngebäude aus erreichbar ein nachträglich ein gebrochen er Raum; es schließt sich das erste, aus Tuffquadern sorgfältig eingewölbte Geschoss mit modernem Zugang an. Darüber folgt das niedrige ursprüngliche Eingangsgeschoss mit Kamin, welches mittels einer Balkendecke unterteilt war und von dem aus über eine Treppe in der Mauerstärke das oberste Geschoss erstiegen werden kann. Dort lassen senkrechte Fugen im Mauerwerk den ursprünglichen Turmabschluss als Zinnenkranz erschließen. Ein über und im Rund¬bogenfries platzierter Wurferker, mit dem der Hocheingang geschützt werden konnte, verdient eigens Beachtung.
Der Wohnbau war nach dem barocken Elmbau dreigeschossig, wie die an Zinnen erinnernden Mauerzähne beweisen. Das lediglich als Hülle überkommene Haus wurde beim Wiederaufbau nach 1963 mit einer Innenausstattung versehen, die aus den unterschiedlichsten Regionen Europas zusammengetragen wurde. Exemplarisch sei in der Burgkapelle – von der ursprünglichen, südlich angefügten Kapelle des 15. Jahrhunderts besteht nur noch der Chor – das Maßwerkfenster angeführt, das aus Burgund stammt und hier seinen Platz gefunden hat.

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Burg und Schloss Pyrmont

Das Ensemble der auf hoch aufragendem Felsen gelegenen Burg Pyrmont und dem darunter in einem Wasserfall zu Tal stürzenden Elzbacb vermittelt dem Betrachter noch immer einen fast ungestörten und höchst malerischen Eindruck vergangener Zeiten. Vernachlässigt man berechtigterweise die öfters in Zusammenhang mit der Anlage gebrachte Nennung eines „Baramunda“ bereits aus dem Jahr 952 in einer sehr zweifelhaften Überlieferung, dann verbleibt als spätester festzusetzender Zeitpunkt für die Existenz Pyrmonts das Jahr 1225: Anlässlich einer im Rahmen einer Streitschlichtung durch Dekan, Kustos und einen Stiftsherren des Stifts St. Kastor in Koblenz aus¬gestellten Urkunde werden eine Grenze und Neubruchland, also Rodungsgebiet, bei einer Burg Pyrmont (castrum Pirremont) erwähnt. Erbaut wurde diese Burg ganz offensichtlich von einer Seitenlinie der Herren von Schönberg/Beaumont im Ösling (Luxemburg), die sich spätestens seit 1268 (nicht 1258!) nach ihrer neuen Burg benannten. Im selben Jahr nämlich schenkte eine Jutta, genannt von Oberfell, dem Zisterzienserinnenkloster Rosenthal (bei Binningen/Eifel) Güter in Oberfell, wobei ein Ritter Heinrich von Pyrmont, mehrere Burgmannen und der Burgkaplan Reinhard als Zeugen genannt werden. Pyrmont bildete den Mittelpunkt einer kleinen Herrschaft, wobei die erstmals 1317 anzutreffende Nennung eines „Tales“ auf (letztlich gescheiterte) Ambitionen einer Siedlungsgründung deutet.
Im 15. Jahrhundert in den Besitz der Ehrenburg gekommen, teilten die drei Brüder Heinrich VE, Johann 111. und Friedrich 11. 1441 in einem Burgfrieden ihre Besitzungen, wobei auf Pyrmont Heinrich die Oberburg mit allen Zubehörden und dem neuen, der Oberburg gegen¬überliegenden Haus sowie das Kelterhaus in der Niederburg erhalten sollte, Johann und Friedrich dagegen ein weiteres Haus und „die andere Hofstatt“ vom neuen Haus bis an die Pforte zugewiesen bekamen; 1456 werden die Kapelle, eine Schmiede und Kanonen genannt. Wenige Jahrzehnte nach der Erhebung Heinrichs VI. von Pyrmont-Ehrenberg in den Reichsfreiherrenstand 1495 durch König Maximilian 1. erlosch das Geschlecht 1524 und vererbte seine Besit-zungen über weibliche Nachfolge an eine Linie der Herren von Eltz. Nach längeren Erbstreitigkeiten im 17. Jahrhundert gelang es den Freiherren (nach 1720 Reichsgrafen) Walpod von Bassenheim, 1652 einen Teil und bis 1710 den sehr geschrumpften Besitz zu vereinigen, den sie bis zum Ende des Alten Reiches 1806 behaupten sollten, ln diese Zeit fällt der Ausbau der Kernburg im Jahre 1712, durch den die mittelalterliche Burganlage einen schlossähnlichen Charakter erhielt. 1810 auf Abbruch versteigert, verfiel die Burg zusehends zu einer Ruine. 1818 noch einmal von der Familie von Bassenheim zurück¬gekauft, jedoch 1862 zwangsversteigert, ging die Anlage durch zahlreiche Privathände, bevor sie nach 1963 einer umfassenden Sanierung und zu großen Teilen einem Wiederaufbau unterzogen wurde. Seit 1990 ist Pyrmont, das sehr anschaulich Elemente der mittelalterlichen Burg und des neuzeitlichen Schlosses in sich ver¬eint, der Öffentlichkeit zugänglich und beherbergt im Wohnbau des 18. Jahrhunderts ein Hotel.
Nach ihrer Grundform gliedert sich die Burg in drei Teile: die hoch¬mittelalterliche Oberburg mit Bergfried und angrenzenden Baulich¬keiten, eine südlich und nördlich anschließende, tiefer gelegene Niederburg, die vor allem dem 14. und 15. Jahrhundert angehören dürfte, sowie die durch einen Graben davon abgetrennte westliche Erweiterung unbekannter Zeitstellung. Alle dort befindlichen Gebäude sind gänzlich, die Ringmauern weit gehend neu errichtet, allein das Tor zur Kernburg stammt noch aus früherer Zeit.

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Pfalz und Burg Pfalzel

Der Name des heutigen Trierer Stadtteils Pfalzel geht auf eine römi¬sche Palastanlage wohl aus der Mitte des 4. Jahrhunderts zurück, die zumindest seit dem Mittelalter offenbar im Gegensatz zur größe¬ren Pfalz in Trier als palatiolum (kleine Pfalz) bezeichnet wurde. Der ansehnliche Gebäudekomplex wurde in nachrömischer Zeit zu ver¬schiedenen, insbesondere sakralen Zwecken genutzt und unter Ver¬wendung antiken Mauerwerks mehrfach grundlegend umgebaut. Erzbischof Albero von Trier (1131-1152) ließ im Verlauf längerer Konflikte mit dem Ministerialen und Burggrafen Ludwig von der Brücke um die weltliche Herrschaftsausübung in Trier schon kurze Zeit nach Episkopats¬beginn „… die kleine Pfalz …, die zu jener Zeit durch Lage und Alter baufällig und unbewohnbar geworden war, unter großen Aufwendungen wiederherstellen“, wie die Gesta Treverorum schildern. Dieser als Ersatz für die bis 1135 verlorene Trierer Bischofspfalz mitten im alten Palast¬gebäude Pfalzels eingerichtete Wohnbau dürfte schon gewisse forti- fikatorische Elemente aufgewiesen haben. 1142 belagerte der Vogt der Abtei St. Maximin bei Trier, Graf Heinrich von Namur, den Ort und ver¬suchte vergeblich, die Anlage des Bischofs zu zerstören, indem er die benachbarte Kirche niederbrannte – Pfalz und Kirche besaßen offen-sichtlich noch verbindendes, vielleicht noch römisches Mauerwerk.
Onter Arnold 11. (1242-1259) und Heinrich 11. (1260-1286) renoviert, diente Pfalzel den Erzbischöfen von Trier in der Folgezeit bei ihren Auseinandersetzungen mit der Trierer Bürgerschaft weiterhin als Auf¬enthaltsort, wie zahlreiche Besuche belegen; 1333 ist eine Michaels¬kapelle nachgewiesen. Nach 1400 und vor allem unter Jakob I. (1439- 1456), von dem allein 160 ltinerarnachweise vorliegen, gewann Pfalzel die Bedeutung einer Nebenresidenz, deren Erscheinungsbild durch vor allem dem 15./16. Jahrhundert zuzuschreibende Ausbauten einer spät¬mittelalterlichen Burg glich. Der bis 1539 umfassend neu befestigte Ort und damit auch die Burg wurden 1552 von Markgraf Albrecht Alkibiades von Brandenburg und endgültig 1673/74 von französischen Truppen zerstört.
Von der mittelalterlichen Anlage mit hoch aufragendem Bergfried, Wohnbauten, Ringmauer und umlaufendem Wassergraben haben sich in der Ortsbebauung Reste erhalten, die ein Rundgang mit Beginn an der Stiftskirche (Kirchplatz) erschließt. Gegenüber der Kirche befand sich vor der heutigen Häuserfront der Graben mit dahinter liegender Ringmauer, deren nordöstlicher Rundturm, heute farblich abgesetzt, sich noch erhalten hat. Der Nordbereich dieser Ringmauer wird westlich durch den über der Dächerlandschaft erkennbaren, ebenfalls erhaltenen runden Nordwestturm (Ecke Residenzstraße/Burgstraße) abgeschlossen. Abgesehen von einem kleinen Treppenturm wenige Meter weiter findet sich am Ende der Burgstraße mit dem ehemals den westlichen Ringmauerbereich dominierenden Torturm das am besten erhaltene Relikt der spätmittelalterlichen Burg. Der Turm besitzt über dem gequaderten Sockelgeschoss mit spitzbogiger Öffnung und Rundstab mit Hohlkehle noch drei weitere Geschosse. Seine Torhalle verfügt über eine Wurföffnung in der Decke und nimmt in der Torlaibung die Führung für ein Fallgatter auf. Zwei Wappensteine des Trierer Erz¬bischofs Johann 11. von Baden (1456-1503) und Reste von Spitzkon¬solen an den Ecken, die auf frühere Ecktürmchen hinweisen, belegen die Erbauung des Turms in der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts. Der Entlastungsbogen über dem Fenster des ersten Obergeschosses sowie die Baufugen verweisen auf eine frühere Türöffnung.
Die sich anschließende Häuserzeile benutzt die alte Ringmauer mit, wobei eine teilweise erhaltene Fensterzeile von Gruppenfenstern mit geradem Sturz und Dreipassblende einen früher dahinter liegenden repräsentativen Bau erwarten lässt. Der südliche Teil der Ringmauer (Stiftsstraße) endet an einem mittelalterlichen Wehrgang, der in einem – heute vermauerten – Bogen den einstigen Graben überspannt. Die benachbarte Hausfront ist Überbleibsel des Palas aus dem späten 14. oder 15. Jahrhundert. Kennzeichnend sind die hohen zwei- bahnigen Rechteckfenster, deren Gewände teilweise zwei über¬einander liegenden modernen Fenstern Raum bieten.

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„Burg“ und Kloster Marienburg

Nach der bislang vorherrschenden Forschungsmeinung, die auf den 1670 publizierten und keineswegs stets richtigen Angaben von Christoph Brouwer und Jacob Masen beruht, erhob sich an der Stelle der heutigen Marienburg eine Burg des Erzbistums Trier, in oder über der 1127 ein Kloster mit einer 1157 geweihten Kirche errichtet wurde. Fest steht jedoch nur, dass sich ein castrum s. Marie erstmals 1145 in einer Bestätigungsurkunde Papst Eugens III. für das Kloster Spring¬iersbach, in der eine „Kirche von Kaimt, gelegen auf einem Berg, der Marienburg genannt wird“, Erwähnung findet, nachweisen lässt. Die¬ser Name des Berges, der allerdings 1142/43 auch als „Petersberg“ (in monte s. Petri) bezeichnet wird, und die exponierte Lage des späteren Klosters haben dazu geführt, dass sich die These von einer – zwar denkbaren, aber eben in den Schriftquellen und im archäologischen Befund nicht zu beweisenden – Burg als Vorgängeranlage inzwischen verabsolutiert hat.
ln unmittelbarer Nähe der Kaimter Pfarrkirche dürfte wohl kurz vor 1145 ein Kloster – spätestens 1212 ein Frauenkonvent – entstanden sein, das in der Folgezeit den Namen Marienburg übernahm. Bemer-kenswerterweise aber erwähnt noch der Tatenbericht Erzbischof Hein¬richs 11. von Trier (1260-1286), dass dieser neben anderen Burgen (!) auch Marienburch höchst aufwändig mit großen Gebäuden renoviert hatte. Diese Angabe darf als deutliches Zeichen für einen noch immer vorhandenen Wehrcharakter der Anlage gewertet werden.
Das Kloster selbst wurde 1515 angeblich wegen Verfalls der Kloster¬disziplin aufgehoben, wobei schon 1514 eine Befestigung mit Tür¬men, Gräben und Mauern geplant war; ob es dazu gekommen ist, scheint eher zweifelhaft. Von französischen Truppen 1797 zerstört, konnte die Kirche 1952-1957 wieder aufgebaut werden; in ihrem Umfeld entstanden in den folgenden Jahren mehrere Neubauten. Gegenwärtig beherbergen die Gebäude eine Eachstelle für kirchliche Kinder- und Jugendarbeit und ein Restaurant mit Cafe.
An mittelalterlicher Bausubstanz hat sich allein die Kirche erhalten, wobei sich lediglich der Chor und die angrenzende frühere Sakristei als historische Bauwerke zeigen, während das Langhaus sowie alle übrigen Gebäude dem 20. Jahrhundert entstammen.
Der spätgotische Chor wurde in der zweiten Hälfte des 15. Jahrhun¬derts erbaut und zeigt das typische Eormenrepertoire dieser Epoche.
Der dreiseitige Chorschluss wird durch Strebepfeiler mit Wasserschlag und Sohlbankgesims gegliedert. Die hohen spitzbogigen Fenster zeigen profiliertes Fischblasenmaßwerk, das jedoch zum Teil ersetzt ist. Die Ochsenaugenfenster unterhalb des Daches, die nicht so recht in das Gesamtbild passen wollen, rühren von einer Aufhöhung des Chores aus der Zeit um 1700 her. Dass die Sakristei mit ihren im 20. Jahrhundert größtenteils ersetzten Fenstern erst nachträglich an den Chor angesetzt wurde, lässt sich an der Baufuge gut ablesen.
Der mittelalterliche Chor kontrastiert im Inneren mit dem modernen Langhaus. Runddienste, die einst in Gewölbe übergingen, ordnen die Wandfläche. Dass die Gewölbeanfänger sich auch gedanklich nicht bis zum heutigen Dach verlängern lassen, ist auf die spätere Erhöhung des Chores zurückzuführen. Der Beachtung empfehlen sich eine Sakra¬mentsnische in der Nordwand, die von einem Kielbogen mit Krabben und Kleeblattfüllung überfangen wird, und eine derzeit nicht näher datierbare Wandmalerei mit Darstellung von drei schwarzen Lilien¬kreuzen in roten Kreisen. Über dem Eingang zur ehemaligen, aus dem ersten Viertel des 16. Jahrhunderts stammenden Sakristei, deren beein¬druckender zweijochiger Raum heute als Kapelle genutzt wird, thront ein Relief der Heiligen Maria aus der zweiten Hälfte des 15. Jahr¬hunderts. Die Gewölbeschlusssteine zeigen die Wappen des Trierer Kurfürsten Richard (1511-1531) und der Äbtissin Ottilia von Kesselstatt.

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Burg und Schloss Koblenz („Alte Burg“)

Nach dem Rückfall der Vogtei über Koblenz von den Grafen von Nassau an das Bistum Trier im Jahr 1253 begann Erzbischof Heinrich 11. ab 1277 mit dem Bau einer Burganlage, für die er den Wohnsitz der Koblenzer Ministerialenfamilie von der Arken ankaufte. Zunächst gemeinschaftlich mit der Stadt Koblenz, nach 1278 auf sich selbst gestellt, sorgte Heinrich trotz zwischenzeitlicher schwerer Aus¬einandersetzungen mit den Bürgern für den Fortgang der Arbeiten, die aber erst Jahrzehnte später einen zwischenzeitlichen Abschluss finden sollten.
Jeweils von einem trierischen Amtmann, der gleichzeitig als Burggraf fungierte, verwaltet, wurde die Burg im Zusammenhang mit der Errichtung der Moselbrücke durch Erzbischof Balduin seit 1343 aus¬gebaut. Doch musste nach sehr deutlichem Ausweis der Gesta Tre- verorum schon Erzbischof Otto (1418-1430) „… die Burg neben der Brücke von Koblenz, die alt und vernachlässigt war, … wieder auf¬bauen“.
Nachdem es Erzbischof Johann VI. von Trier nach der Mitte des 16. Jahrhunderts gelungen war, die ständigen Konflikte zwischen städtischer Bürgerschaft und dem Erzbistum beizulegen, folgten erneute Umbauten. Zahlreiche Aufenthalte der Bischöfe, ständige Ausbesserungsarbeiten und umfangreiche lnventare zeigen die ungebrochene Bedeutung der Burg, die auch von dem von 1626— 1629 am Fuß des Ehrenbreitsteins errichteten Schloss Philippsburg nur kurzzeitig beeinträchtigt wurde. Insbesondere Kurfürst Johann Hugo (1676-1711) veranlasste während seines langen Episkopats wei¬tere Umbauten in der Anlage, in der er am 6. Januar 1711 verstarb. Sein so geschätzter Wohnsitz diente der trierischen Hofkammer von da an nur noch als Mietwohnung für Hofbeamte.
1806 an eine Blechwarenfabrik versetzt, die bis zum Ende des 19. Jahr¬hunderts mehrere entstellende An- und Einbauten vornehmen ließ, kam die „Alte Burg“ schließlich 1897 durch Kauf an die Stadt Kob¬lenz. Nach Beseitigung der unschönen Relikte des 19. Jahrhunderts dienten die Räumlichkeiten seit 1899 der städtischen Sparkasse als Domizil. Nach dem bisher letzten Umbau im Jahr 1962, bei dem die historische Bausubstanz bedauerlicherweise nicht unwesentlich beschädigt wurde, beherbergen die Gebäude heute das Stadtarchiv Koblenz. Erhalten hat sich von der einst wesentlich umfangreicheren Anlage nur das Burghaus mit zwei zur Mosel orientierten Rundtürmen und einem Treppenturm zur Stadtseite. Die ehemals zur Stadt hingelegenen Gebäude, darunter der Marstall, sind ebenso wie der umlaufende Burggraben mit einem Zwingerbereich auf der Westseite heute vollständig verschwunden. Der auf den ersten Blick einheitlich scheinende Baukörper mit seinen beiden markanten Rundtürmen und dem hohen Dach ist tatsächlich das Ergebnis von mehreren Bauphasen, die vom 13. bis in das 17. Jahrhundert reichen.
Der lange der Römerzeit zugeschriebene stattliche Ostturm gehört zur nach 1277 begonnenen Burganlage Erzbischof Heinrichs. Erzbischof Otto von Trier ließ um 1425 das zweite Obergeschoss abbrechen und einen achteckigen Aufbau mit vier hohen spitzbogigen Maßwerkfens¬tern vornehmen, in der ein gewölbter Kapellenraum seinen Platz fand. Der schlanke westliche Rundturm mit drei Geschossen – er stand ursprünglich frei und stammt wohl aus der ersten Hälfte des 14. Jahr¬hunderts – wurde erst im 16. Jahrhundert baulich angeschlossen. Die beiden Türmen 1682 aufgesetzten prägenden doppelten Schweif¬dächer, davon das östliche mit Laterne, gingen zwischenzeitlich ver¬loren und konnten erst 1898 erneuert werden.
Das heute sich nahtlos zwischen beide Türme einfügende trapez¬förmige Hauptgebäude stellt im Kern das romanische Burghaus der Familie von Arken aus der Zeit um 1200 dar. Dieses erste, ursprüng¬lich zweigeschossige Gebäude – anhand von Rundbogenfries, tiefer gelegener Konsole eines Kamins und westlicher Ecklisene auf der Moselseite noch zu identifizieren – wurde unter Erzbischof Heinrich um ein Geschoss erhöht und bildete gemeinsam mit dem Ostturm den Kern der Burg. Der Bau sitzt der römischen Stadtmauer auf, der eine stumpfwinklige, seit 1779 von zwei Arkaden überspannte ehemalige Eisbreche vorgelagert ist. Um 1340 wurde unter Erzbischof Balduin ein neuer Westflügel mit dem davor stehenden Rundturm und einem Zwinger hinzugefügt.
Durch die Erweiterung nach Süden auf der Ostseite entstand im 16. Jahrhundert eine schlossartige Dreiflügelanlage mit neuer Orien¬tierung zur Stadt. Ein sechseckiger, ab dem ersten Obergeschoss zunächst frei stehender Treppenturm wurde durch einen kleinen Zwischentrakt mit einem rechteckigen Turm in der Südostecke ver¬bunden. Erst in einer weiteren Baumaßnahme unter Erzbischof Johann VI. von Trier wurde 1557 der Südteil zu einem einheitlichen Baukörper zusammengefasst und der Treppenturm mit seiner bemerkenswerten Treppenspindel versehen. Aus dieser Periode rühren auch die aufwändigen Renaissancefenster mit gerahmten Sandstein¬pfosten und den mit Muscheln verzierten Dreieckgiebeln sowie das Portal zum Treppenturm her. Das profilierte Rundbogenportal mit kannelierten Halbsäulen und – nachträglichen – Wappen in den Zwi¬ckeln ist ein außergewöhnlich schönes Beispiel der Steinmetzkunst der Renaissance.
1681/82 erhielt schließlich der Westflügel durch einen tief greifenden Umbau des trierischen Hofbaumeisters Johann Christoph Sebastiani seine heutige Gestalt. Sebastiani verlängerte den spätmittelalterlichen Trakt nach Süden und schuf somit einen ausgewogenen Gesamt¬baukörper, dem er ein einheitliches Dach aufsetzte. Im Zuge der barocken Baumaßnahme wurden im Norden und Westen die heute noch vorhandenen hohen Rechteckfenster mit Eckohren eingebaut.

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Oberburg (Altenburg) Kobern

Derselbe zwischen Mühlbach- und Moseltal aufragende Berggrat, auf dessen Ausläufer sich die Ruinen der Niederburg erheben, trägt in geringer Entfernung landeinwärts die Überreste der Ober¬oder Altenburg Kobern. Beide Namen werden gleichrangig und teil¬weise sogar als Synonym in den Schriftquellen verwendet, wobei nach Aussage einer Urkunde von 1277 „Oberburg“ (castrum superius) die ursprüngliche, „Altenburg“ (Altemburg) dagegen die gebräuchliche Bezeichnung gewesen zu sein scheint.
Die Geschichte der Anlage liest sich nach derzeitigem Forschungs¬stand in ganz ähnlicher Weise wie bei der benachbarten Nieder¬burg, deren Geschicke sie in fast völliger Übereinstimmung teilte. Auch sie war offensichtlich eine Reichsburg, die entgegen ihrem Namen „Altenburg“ vor 1195 von Gerlach von Isenburg-Kobern erst¬mals – in der besagten Urkunde findet der Begriff „errichten“ (edificare) Verwendung, nicht aber „wiederbefestigen“ oder Ähn¬liches – errichtet worden ist, was zu Auseinandersetzungen mit Erzbischof Johann 1. von Trier führte. Die somit im Vergleich zur Niederburg wohl jüngere Anlage blieb nach 1195 als trierisches Lehen im Besitz der Familien von Isenburg-Kobern und Neuerburg- Kobern, bevor sie ebenfalls 1347/51 von Erzbischof Balduin von Trier aufgekauft und 1354 aus der Oberlehnbarkeit des Reiches gelöst wurde.
Im 19. Jahrhundert bereits seit längerer Zeit in Verfall, wurde von den wenigen Burgresten die spätestens 1220/40 errichtete und noch gut erhaltene Matthiaskapelle, die im Mittelalter für ungewisse Zeit das Haupt des Apostels Matthias in ihren Mauern geborgen hatte, 1819 an Preußen verkauft. Auf Initiative des Koblenzer Architekten Johann Claudius von Lassaulx und nach einem Besuch Kronprinz Friedrich Wilhelms 1836 begonnene Restaurierungsarbeiten retteten das bedeutende Bauwerk vor der endgültigen Zerstörung. Die im Verlauf von erneuten Sanierungs- und Restaurierungsarbeiten in den Jahren 1892-1894 an den Kapellenbau angefügten stabilisierenden, aber entstellenden Strebepfeiler konnten während der bislang letzten Sicherungsmaßnahmen von 1989-1998 entfernt werden, so dass heute wieder der ursprüngliche Eindruck vermittelt wird; zu gleicher Zeit wurden auch der Wohnturm ausgebaut und als gänzlicher Neubau ein Restaurant errichtet.
Burgruine nebst Kapelle gehören heute zu den von „Burgen, Schlösser, Altertümer Rheinland-Pfalz“ verwalteten Objekten.
Von der Oberburg haben sich insgesamt jedoch nur wenige bau¬liche Reste erhalten, unter denen die Matthiaskapelle allerdings ein hochmittelalterliches Kleinod darstellt, das weithin ohne Parallele ist. Die im Grundriss etwa rechteckige Burg mit dem Turm zum Tal hin wird durch einen eindrucksvollen Dalsgraben vom südlichen Gelände abgeriegelt. Von der umlaufenden Ringmauer zeigt sich westlich am heutigen Aufgang der Kern eines in Fischgrätverband ausgeführten Mauerstücks. Von der 1195 erwähnten Burg rühren der Turm (turris in Aldenburg) sowie die östliche und nördliche Ring¬mauer her, an die Gebäude angelehnt waren, die jedoch oberirdisch auch wegen des Restaurantneubaus keine Spuren mehr hinterlassen haben. Eines der wenigen erhaltenen Details stellt eine türhohe Öffnung dar, bei der es sich wohl um den Zugang zu einem Abort¬erker handelt.
Der jüngsthin umgestaltete Turm – ursprünglich dreigeschossig und mit Kreuzgratgewölben in zwei Etagen, Treppe in der Mauerstärke und einem Kamin ausgestattet – offenbart deutliche Wohnqualitäten. Ungewöhnlich sind die beiden einstigen rundbogigen Türöffnungen auf der Hofseite, die heute als Fenster genutzt werden.
Unmittelbar neben dem Turm erhebt sich die Matthiaskapelle, deren Gestalt auf zwei Bauabschnitte zurückgebt. Während die Kapelle in die Zeit zwischen 1220 und 1240 datiert wird, ist noch immer keine Einigkeit darüber erzielt worden, ob der Chor älterer oder jüngerer Herkunft ist.
Das heutige Bauwerk erhebt sich über einem sechseckigen Grundriss mit einem dreiviertelkreisförmigen Chor, wobei über den Hauptbau eine sechseckige Laterne ragt. Dieser ist äußerlich durch ein Gesims in eine Haupt- und die darüber sitzende Attikazone unterteilt. Jede Seite wird durch Lisenen und Rundstäbe, die in Kleeblattbögen enden, in zwei Hälften gegliedert. Die Fenster sitzen in tief eingeschnittenen Laibungen und spiegeln die Form der Blendbögen wider. Allerdings handelt es sich nicht um die originale Fensterform, sondern um Neuschöpfungen des 19. Jahrhunderts, als zahlreiche Bauteile (Fenster, Kapitelle, Basen) ersetzt wurden, die ihrerseits zum Teil bereits neuzeitliche Ergänzungen waren. Das mehrfach gestufte Portal mit eingestellten Säulen ist ebenso wie die Fenster nicht sym¬metrisch angeordnet, was auf die innere Einteilung zurückzuführen ist. Während die Hauptzone auf allen Seiten überwiegend gleich gestaltet ist, wurde der Attikabereich unterschiedlich ausgebildet. Rundbogige Nischen in den chorabgewandten Seiten fungieren entweder als Fensteröffnungen oder als Blendnischen. Die an den Chor angrenzenden Wände zeigen hingegen neben den Blendnischen jeweils ein halbiertes Radfenster anstelle der beiden mittleren Fenster (das Radfenster der Nordseite wurde später zugesetzt). Der mit Lise- nen und gestuften Rundbogenfriesen über dreipassförmigen Fenstern ausgestattete Chor bietet eine vom Flauptbau abweichende, eher schlichte Erscheinung.
Der Hauptraum wird durch einen ebenfalls über einem Sechseck errichteten Stützenkranz in einen relativ niedrigen Umgang und einen hohen schmalen Mittelraum aufgeteilt. Die Außenwände sind mittels eines mehrschichtigen Aufbaus reich gegliedert. Vor der glatten Wand mit den Fenstern stehen auf einem Sockel paarweise Säulen, die in Kleeblattbögen enden. Durch ihre originelle Dreipassform werden die Fenster weniger als Mauerdurchbruch denn als Dekorationselement wahrgenommen. Der Umgang erhält seinen Abschluss durch ein ansteigendes fächerartiges Rippengewölbe, dessen innerer Kranz aus Bündeln zu je vier um eine Mittelsäule gelegter Stützen mit bemer¬kenswerten, zum Teil nachgehauenen Kapitellen besteht. Durch ge¬stufte Spitzbögen miteinander verbunden, leiten die Stützenbündel in den relativ schmucklosen schachtartigen Innenraum mit seinen hoch gelegenen sechs Fenstern über.
Die Verbindung zwischen Flauptbau und Chor, der in Aufriss und Dekoration deutlich abweicht, ist wie ein großes Portal gestaltet. Diese Öffnung weist eine dreifache Stufung und eingestellte Säulen auf, die über den Kapitellen in Rundbögen übergehen. Die drei Fenster sind nebeneinander in fünf mittels Lisenen und Kleeblattblendbögen unterteilten Segmenten untergebracht und durch kürzere, nicht bis zum Boden reichende Wandvorlagen zusätzlich zusammengefasst. Der Chor wird von einem Rippengewölbe mit einem als Blüte gestalteten Schlussstein abgeschlossen.

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Niederburg Kobern

Von den beiden sich malerisch über Kobern erhebenden Burgen wird üblicherweise die der Mosel zugewandte Ruine als Nieder¬burg bezeichnet, was aus ihrer Lage am unteren Ende des lang gestreckten Berggrates geschlossen wird. Der in vielfacher Hinsicht problematische Befund aus den Schriftquellen offenbart allerdings nur, dass in einer undatierten, in das Jahr 1195 zu setzenden Urkunde Gerlach von Isenburg-Kobern die ihm eigenen Burgen „Aldenburg“ und Niederburg Kobern (castrum de Coverna inferioris) dem Trierer Erzbischof Johann 1. (1190-1212) zu Lehen auftrug. Hintergrund zu diesem Rechtsakt scheint der Bau der Altenburg durch Gerlach gewe¬sen zu sein, der sie jedoch kurz darauf verloren hatte und arretiert worden war. Der daraus resultierende Widerspruch – die Alten- oder Oberburg wäre demnach die jüngere Anlage – lässt sich angesichts des derzeitigen Forschungsstandes nicht auflösen.
Bisher übersehen wurde zudem, dass es sich bei beiden Befestigungen in letzter Instanz um Reichsburgen gehandelt hat, wie aus mehreren Urkunden des späten 13. und 14. Jahrhunderts deutlich wird. Das demnach wohl nachgeordnete, 1195 begründete Lehnsverhältnis zwi¬schen dem Geschlecht von Isenburg-Kobern und dem Erzbistum Trier sollte aber in den nächsten Jahrzehnten im Vordergrund stehen. Über weibliche Lehnsfolge kamen die Koberner Burgen über Cecilia, eine Tochter Gerlachs 11. von Isenburg-Kobern, an Friedrich 11. von Neuer¬burg (nahe Wittlich). Friedrich bestätigte 1277 für sich, seine Ehefrau Irmgard und seine beiden Söhne Eriedrich und Robin, dass „die Niederburg und die Oberburg, die gemeinhin Altenburg genannt wird“ (castrum inferius et castrum superius, quod Altemburg vulgariter appellatur), den Trierer Erzbischöfen als Lehnsherren weder ent¬fremdet noch zu ihrem Schaden genutzt werden sollten. Sein jüngerer Sohn Robin, der nach dem Tod des Vaters in dessen Lehnsverhältnis eingetreten war, benannte sich ausschließlich nach Kobern und ver-starb vor 1309 ohne männliche Nachkommen. Noch zu seinen Leb¬zeiten und mit seiner Zustimmung hatte der römisch-deutsche König Adolf 1292 den Räten Erzbischof Boemunds 1. von Trier eine der beiden Anlagen als Sicherheit für die Erstattung von anlässlich seiner Wahl zum Herrscher geleisteten Auslagen verpfändet.
Mit dem Verkauf ihres Anteils in Höhe von jeweils einem Drittel durch die Ehemänner der drei Töchter Robins an Erzbischof Balduin in der Jahren 1347 (Arnold von Pettingen; Graf Johann von Sayn) und 1351 (Salentin von Isenburg) fielen Burg und Herrschaft endgültig an Trier. Schon seit 1348 nachgewiesene trierische Amtleute und zahlreiche Burgmannen belegen, dass Kobern umgehend in die Ämterorga¬nisation des Erzbistums eingebunden werden sollte. Rechtlich abge¬schlossen wurde diese Entwicklung jedoch erst mit einer Zusicherung König Karls IV., der zu Anfang des Jahres 1354 Balduin und dessen Nachfolgern gestattete, verpfändete und veräußerte Reichsgüter aus¬zulösen und als Eigentum zu erwerben. Eür die beiden in der Urkunde eigens aufgeführten Burgen Kobern endete damit ihre Zeit als Reichs¬burgen.
Aus späterer Zeit haben sich bisher nur wenige Details auffinden lassen. 1555 werden wohl im Zusammenhang mit der Niederburg ein Turmknecht, ein Pförtner und ein Burggraf sowie als Gebäude eine Kellerei und die Amtsstube benannt. 1634 durchgeführte kleinere Reparaturen und eine Visitation durch Kurfürst Philipp Christoph bezeugen das durchaus noch vorhandene Interesse der Erzbischöfe von Trier am Erhalt der Anlage. Da kein konkreter Zerstörungszeit-punkt bekannt ist, dürften die Gebäude allmählich verfallen sein und als Steinbruch gedient haben. Wach dem Zweiten Weltkrieg in Staats¬besitz gekommen, wurde die Ruine 1976-1978 nicht immer glücklich saniert und gehört heute zu „Burgen, Schlösser, Altertümer Rhein¬land-Pfalz“.
Die Niederburg harrt noch immer der Erforschung ihrer Bauge¬schichte, die allerdings angesichts des heutigen, immer wieder modern überformten Zustands ohnehin nur sehr schwer leistbar ist. Unter¬scheiden lassen sich einerseits die Kernburg mit Bergfried, Wohn- und Wirtschaftsgebäuden sowie unterirdischer Tankzisterne samt rundem Entnahmeschacht und andererseits ein darunter von Norden nach Süden verlaufender Zwinger.
Blickfang der gesamten Burg ist der etwa in der Mitte der Kernburg auf einem Felssockel gelegene, trapezförmige Bergfried. Der drei¬geschossige Turm mit wenigen Schlitzfenstern, der noch Reste des mittelalterlichen Außenputzes trägt, lässt anhand der Balkenlöcher um den Hocheingang ein früheres Schutzdach erschließen. Eine Viel¬zahl kleiner, regelmäßig angeordneter Rüstlöcher gibt darüber hinaus Aufschluss über den Bauvorgang. Durch eine Bresche in der Ostseite ist der Schacht eines Abtritts zu sehen, der im Obergeschoss innerhalb der Mauer liegt.
Vom ersten Palas im Osten haben sich nur geringe Reste am dortigen Ringmauerbereich erhalten, deren Befund durch Reparaturen im 19. und 20. Jahrhundert sehr verunklärt worden ist. Zu erkennen geben sich lediglich noch drei Fensternischen sowie auf der Außenseite der Rest eines Erkers über einem Rundbogenfries.
Der zweite, möglicherweise spätere Wohnbau im Südwesten der Kernburg zeigt sich als zweigeschossiger Baukörper über einem früher balkengedeckten Sockelgeschoss mit fünf Lichtschlitzen, das wohl einst als Stall diente. Auf der Außenseite ist nahe der südlichen Fens¬teröffnung des ersten Obergeschosses noch ein Rest des ursprüng¬lichen Fenstergewändes aus Tuffstein zu entdecken. Auf der Innen¬seite mit ihren sehr deutlichen Spuren mehrfacher Sanierungsversuche befinden sich über dem Sockelgeschoss zwei Fensteröffnungen; eine dritte musste einem Kaminschacht weichen. Im durchgreifend ver¬änderten Obergeschoss fallen neben den modifizierten Fensteröff¬nungen Konsolsteine auf, deren unterschiedliche Höhenlage wie¬derum auf mehrfache Ombaumaßnahmen hinweist.
Vom Burghof führt in der Nähe des Bergfrieds eine modern erneuerte, einst überwölbte Treppe abwärts, über die man zunächst einen scheinbaren Innenhof erreicht. Tatsächlich handelt es sich hierbei jedoch um eine ehemals kreuzgewölbte Torhalle, wie die Ansätze von Gewölben an der Ostmauer noch erkennen lassen, während die zwischen den Pfeilern liegende Vermauerung die westliche Wand der Zisterne darstellt. Das wieder aufgemauerte Fingangstor führt zu den auf tieferem Niveau gelegenen Außenbefestigungen.
Diese zweistufige spätmittelalterliche Zwingeranlage birgt noch geringe Reste früherer Zwischentore, die sich unter dichtem Bewuchs verbergen. Ein sanierter, relativ kleiner und halbrunder Flankierungs¬turm an der Westmauer gibt mit Scharten für Handfeuerwaffen einen deutlichen Hinweis auf die Zeit seiner Erbauung im 15. Jahrhundert. Vom ehemals mächtigen Halsgraben, der im Norden sowohl der Kernburg als auch dem Zwinger vorgelagert ist, lässt sich nach Ver¬füllung kaum noch etwas bemerken.

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Burg Klotten („Coraidel stein“)

Im Zusammenhang mit der Geschichte der lothringischen und später rheinischen Pfalzgrafen wird die Erbauung von Burg Klotten – der Name „Coraidelstein“ oder „Curalstein“ ist eine bisher unerklärte Erfindung des 19. Jahrhunderts – üblicherweise bisher in die Mitte des 11. oder gar auf das Ende des 10. Jahrhunderts gesetzt. Tatsächlich aber treffen wie im Fall von Burg Cochem sämtliche Erühdatierungen nicht zu: Die Annahme einer Gründung durch Pfalzgraf Hermann 1. und damit vor dessen Tod 996 ist unbewiesen, während die bisher für eine Datierung auf die Zeit um 1051 herangezogene Schenkung einer curtis Clottono – also eines Hofs (!) Klotten – durch die aus pfalz¬gräflicher Familie stammende polnische Königin Richeza an das Klo¬ster Brauweiler auf mehreren Urkunden beruht, die sämtlich als Fäl¬schungen aus der Zeit um 1263 enttarnt wurden und eine Burg ohnehin nicht anführen. Auch mehrere Nennungen von Personen, die sich „von Klotten“ nannten, lassen sich nicht verwenden, da der Bei¬name sich auf den Ort allein beziehen könnte.
Als erster wirklich sicherer Hinweis auf eine Burg in Klotten verbleibt damit eine Urkunde des römisch-deutschen Königs Adolf (von Nassau), in der dieser als Gegenleistung für einen geplanten Italien¬zug 1294 dem Trierer Erzbischof Boemund die beiden Reichsburgen Cochem und Klotten (castra videlicet Kocheme et Clottene) ver¬pfändete. 1346 durch König Karl IV. endgültig auf sie überschrieben, setzten die Erzbischöfe eigene Burggrafen (1338 Heinrich von Klotten) und Burgmannen (1342 Friedrich von Klotten, mit Residenz¬pflicht auf der Burg) ein.
ln den folgenden Jahrhunderten ging Klotten an zahlreiche ver¬schiedene Lehnsträger, bevor sie dann vom 17. Jahrhundert bis 1918 an die Ritter (1718 Freiherren, 1776 Reichsgrafen) von Kesselstatt kam. Wann die bis 1830 bewohnte Burg zur Ruine wurde, ist unbe¬kannt.
Auf einem kegelförmigen Berg gelegen, zeigt Burg Klotten eine ovale Grundform mit dem Bergfried in der Mitte. Die hochmittelalterliche Burg nahm in etwa die Westhälfte ein, die spätmittelalterlichen und frühneuzeitlichen Erweiterungen fanden vornehmlich in der Osthälfte statt.
Der Hauptzugang erfolgt durch ein neues Tor von Nordwesten. Die originale Ringmauer ist auf der Nordseite völlig abgegangen, auf der Südseite dagegen in geringer Höhe und vielfach repariert erhalten. Der dortige Mauerabschnitt endet an einem kleinen Rundturm unterhalb des Bergfrieds. Ein Wohnhaus neben dem Eingang gehört dem 20. Jahrhundert an. Aus dem Fels gearbeitete, mit schmalen Durchgängen verbundene Keller sind westlich und östlich des Hauptturms anzutreffen. Spuren der eingewölbten Passagen können vor allem auf der Ostseite des Turms entdeckt werden.
Die in fast voller Höhe verbliebene Nordmauer des 1342 genannten Bergfrieds erlaubt eine gute Vorstellung vom früheren Aussehen, wobei sich die fünfgeschossige Innenteilung anhand der veränderten Öffnungen jedoch nur bedingt nachvollziehen lässt. Der Zutritt war über einen Hocheingang ins zweite Geschoss auf der Ostseite möglich. Die einzelnen Stockwerke, von denen lediglich das oberste Reste eines Kreuzgewölbes aufweist, bestanden aus Holzdecken. Besondere Beachtung verdient, dass im Sockel- und Erdgeschoss der 6×6 Meter messende Stumpf eines Vorgängerbaus steckt, der nach Zerstörung bzw. Abriss möglicherweise im 13. oder 14. Jahrhundert mit dem heutigen stärkeren Turm umbaut wurde. Auf der Außenseite ge¬währen zahlreiche Rüstlöcher in der Mauerschale einen Einblick in die Bautechnik des Gebäudes.
Östlich des Turms sind, abgesehen von der am besten von außen wahrnehmbaren Ringmauer und einem Brunnen im Hof, die Überreste eines länglichen Gebäudes in der Südostecke erwähnenswert. Hierbei dürfte es sich um den archivalisch nachgewiesenen „Neuen Bau“ handeln, der 1543-1547 errichtet und mit drei Rundtürmen akzen¬tuiert wurde, von denen sich vor allem der nur geringfügig sanierte Treppenturm gut erhalten hat. Die beiden größeren Ecktürme konnten im Sockelgeschoss jeweils ihr ursprüngliches Gewölbe bewahren. Wie Reste von Schießscharten belegen, dienten die Räume der Verteidi¬gung. Über der östlichen unterkellerten Gebäudehälfte erhebt sich nun ein moderner Bau.
Von ehemals auf der Nordseite gelegenen Bauwerken haben sich keine Spuren erhalten. Die heutigen Gebäude sind moderne Schöp¬fungen.

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