Pfalz, Burg und Schloss Trier

Reste einer mittelalterlichen Befestigungsanlage finden sich in Trier in der heute fälschlich als „Basilika“ bezeichneten ehemaligen römischen Palastaula, die in ihren Ursprüngen auf einen Bau des römischen Kaisers Konstantin (306-337) aus der Zeit um 305 n.Chr. zurückgeht. Bereits 1008 widerstanden die Mauern des römischen Palastes einer Belagerung durch König Heinrich 11., der den Luxem¬burger Propst Adalbero, Konkurrent des von Heinrich eingesetzten Megingaud um das Amt des Erzbischofs, aus Trier verdrängen wollte. Nachdem selbst Belagerungstürme, die aus abgerissenen Stadthäusern konstruiert worden waren, von den Verteidigern zerstört wurden, gelang es dem König erst nach mehreren Monaten, die Anhänger Adalberos zur Aufgabe zu zwingen.
Unter Erzbischof Arnold 11. (1242-1259) wurde das Innere des nun als Pfalz bezeichneten römischen Palastes vielfältig ausgebessert (Palacium intus in edificiis plurimum emendavit)4, inwieweit dies mit konkreten Baumaßnahmen am antiken Baubestand der römischen Pfalz gleichgesetzt werden darf, bleibt nicht zuletzt auf Grund des völligen Pehlens von verwertbaren Quellen zu dieser und nachfol¬gender Zeit unklar. Spätestens zu Beginn des 17. Jahrhunderts jedenfalls war nach Ausweis von historischen Ansichten der Bereich der früheren Apsis als Wohnturm („Heidenturm“) umgestaltet, ln der Neuzeit wurde für einen seit 1615 unter Kurfürst Lothar (1599— 1623) vorgenommenen Neubau die Ost- und Südwand der alten Palastaula niedergelegt und in und um den alten Baubestand mit dem Bau einer großzügigen zweiteiligen Schlossanlage mit jeweils vier Gebäudeflügeln begonnen, die erst unter Erzbischof Karl Kaspar von der Leyen (1652-1676) vollendet werden konnte. Unter Johann Philipp (1756-1768) mit dem heute noch vorhandenen Rokokobau und seinem bedeutenden Treppenhaus anstelle des alten Südflügels versehen, wurde die eindrucksvolle Anlage 1794 während der fran-zösischen Besetzung geplündert, in ein Lazarett umgewandelt und später sowohl von französischem als auch preußischem Militär als Kaserne genutzt. Beim Wiederaufbau der Palastaula 1844-1856 als evangelische Kirche auf Veranlassung König Friedrich Wilhelms IV. von Preußen wurden die mittelalterlichen Reste inklusive einer Hälfte des zur Apsis rückgebauten „Heidenturms“ fast völlig getilgt. 1944 schwer beschädigt, konnten das Gebäude 1954-1956 ein zweites Mal wieder-errichtet und 1976-1977 eine aufSpuren der ursprünglichen Bema¬lung aufbauende Farbfassung hinzugefügt werden.
Von der mittelalterlichen Residenz der Trierer Erzbischöfe ist somit nur wenig Bausubstanz erhalten geblieben. Die mächtige Außenmauer der Palastaula, deren Stärke an der Mauerkrone 3,40 Meter beträgt, diente zu dieser Zeit als hoch aufragende Ringmauer. Die spät¬römischen hölzernen Galerien, die unterhalb der Fenster verliefen und anhand einzelner Balkenlöcher an der Apsis noch erschlossen werden können, waren bereits damals verloren, die Ecken des Gebäudes mit schlanken Türmen besetzt. Durch eine kleine Pforte in der Westmauer – ihre frühere Position ist in der dritten Fensterachse von Süden zu suchen – gelangte man damals in die Burg.
Während die ehemalige römische Palastaula im Mittelalter die Funk¬tion eines Burghofs wahrnahm, in dem sich kleinere Gebäude an die Ringmauer lehnten, fand die Apsis als eigentlicher Wohnbau Ver¬wendung. Die unteren römischen Fensteröffnungen waren ver¬schlossen, die oberen auf die Formate kleiner romanischer Öffnungen reduziert. Der Bauteil schloss mit einem steilen Dach hinter einem zinnenbekrönten Wehrgang ab, was ihm den Namen „Fleidenturm“ einbrachte.
Im ob seiner Dimensionen beeindruckenden Inneren sind nach viel¬fachen Umbauten und Restaurierungen mittelalterliche Spuren nur noch unterirdisch erhalten, ln der Südostecke liegt ein Keller aus der Zeit um 1200 unter dem heutigen Fußboden. Der etwa 25 Meter lange tonnengewölbte Raum ist durch Gurtbögen in sieben (ehemals acht) Joche unterteilt. Ursprünglich elf Nischen dienten der Auf¬bewahrung von Weinfässern. Die Haupttreppe führte in den früheren Burghof.

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