Wildburg (Wildenburg)

Mangels eindeutig zuzuordnender Schriftqueilen lässt sich über die potenzielle hochmittelalterliche Frühgeschichte der Wildburg kaum etwas aussagen. Die bisher gemutmaßte Gründung der Anlage bereits im 12. Jahrhundert ist wegen fehlinterpretierter Dokumente, in denen eine „Wildburg“ ohnehin nicht genannt wird, zurückzuweisen. Inwieweit ein Philipp von Wildenberg, der sich von 1234-1271 nach- weisen lässt und ursprünglich von der gleichnamigen Burg in der Eifel stammte, herangezogen werden kann, bleibt noch schlüssig zu klären. Sehr wahrscheinlich dürfte aber ein weiterer Philippus de Wildenberg, der in einer Treis betreffenden Urkunde Erzbischof Balduins von Trier aus dem Jahr 1320 als Zeuge zwischen Burggraf Dietrich von Treis, Johann von Braunshorn, Heinrich von Ehrenburg und weiteren Per¬sonen aus Treis fungiert, hierher gehören. Sollte es sich dabei um einen Philipp von Wildenburg/Eifel handeln, dann könnte die moselländische Wildburg – bemerkenswerterweise ursprünglich auch Wildenburg genannt – eine Gründung dieses Geschlechts aus dem 13./14. Jahrhundert sein.
Endgültig gesichert ist derzeit jedoch erst eine Erwähnung aus dem Jahr 1406, als Erzbischof Werner von Trier eine Wildenburg bei Treis, die nach dem Tod einer Johanna von Wildenburg an das Erzbistum zurückgefallen war, an Johann Husener d.J. zu Lehen ausgab. 1411 versprach Werner zusätzlich, bei einer Rückerstattung der Pfand¬summe von 500 Gulden an Johann weitere 300 Gulden Baugeld erstatten zu wollen, woraus auf damalige Baumaßnahmen geschlos¬sen werden darf. 1416 erhielt Johann Burg und Herrschaft als Treiser Burglehen.
Bis ins 16. Jahrhundert hinein lassen sich mehrfach komplette oder anteilige Verlehnungen seitens Trier nachweisen, darunter an die Familien von Miehlen, von dem Burgtor und von Eltz. Die im 19. Jahrhundert verfallenen und in Privathände gekommenen Ruinen, darunter insbesondere Turm und Palas, wurden nach 1956 zu Wohn¬zwecken aus- und umgebaut.
Die in Sichtweite zu Burg Treis auf demselben Bergrücken liegende und auf zwei Seiten von Gräben gesicherte Wildburg zeigt mit Berg¬fried und Wohnbau noch zwei – allerdings sehr veränderte – Bauteile der ursprünglichen kompakten Anlage des Mittelalters. Diese wurde in der Folge durch annähernd allseitige Zwingeranlagen erweitert und schließlich unter Ergänzung eines halbrunden Flankierungsturms im Westen ausgebaut. Die rondellartige Erweiterung der Burg ist heute als Garten gestaltet, der komplette Nordteil der Anlage durch moderne Bauten überformt.
Der südlich im stark veränderten Außenwerk gelegene, vollständig neu errichtete Burgzugang leitet in den spätmittelalterlichen Zwin¬ger, welcher der Burg im Westen vorgelegt ist. Dessen erhaltene Zwingermauer wurde erhöht und als gedeckter Wehrgang gestaltet. Helles Mauerwerk markiert deutlich die modernen Ergänzungen des Bergfrieds mit seinem zum Wohnbau ausgerichteten Hocheingang. Schlitzfenster, Rüstlöcher und teilweise ursprünglicher Putz bestim¬men das historische äußere Erscheinungsbild des in lagerrechtem Schieferbruchstein aufgeführten Bauwerks. Von den nachgewiesenen drei Geschossen war das zweite kreuzgewölbt, das dritte mit einem Kamin ausgestattet.
Mittelpunkt der Burg war und ist der im Kern vielleicht roma¬nische zweigeschossige Wohnbau, der durch die Hanglage bedingt ein halbes Kellergeschoss besaß. Die getrennten Eingänge zu Keller und Wohnraum liegen auf der nördlichen Schmalseite, die durch einen modernen Anbau zum Teil verstellt ist. Geringe Ergänzungen am überwiegend erhaltenen Mauerwerk wurden vor allem an den Giebelseiten und im Bereich der Mauerkronen vorgenommen. Die Fensteröffnungen sind allerdings verändert und geben nur ein annäherndes Bild des ursprünglichen Aussehens wieder. Gesichert ist, dass die unteren Fenster rechteckig waren und die oberen zumindest rundbogig überfangen, wobei die heutigen Biforien frei rekonstruiert wurden. Lediglich die zum Turm orientierten Schlitz¬fenster im Obergeschoss, auf dessen Außenputz vor einigen Jahr¬zehnten noch eine Quaderbemalung erkennbar war, sind original erhalten. Zahlreiche Balkenlöcher und eine Türöffnung im zweiten Stockwerk erlaubten die Rekonstruktion eines hölzernen Erkers, an den der jetzige Balkon erinnern mag. Das Erdgeschoss war zu weiten Teilen der Küche Vorbehalten, was ein breiter Kamin und ein Aus¬gussstein anschaulich belegen. Im Obergeschoss weisen die repräsentativeren Fenster mit Sitzbänken und ein Kamin auf die Nut¬zung als Saal hin.

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